Bunt gemischt

Gospel Award: And The Winner Is: ...

eingegeben von: karsten
05. September 2004

Jede und keine Region


And The Winner Is: ... Felicia Taylor!
In einer großen Gala lieferten sich sechs Chöre ein spannendes Finale um den Gospel Award 2004. Bericht mit Fotos.


And The Winner Is: ... Felicia Taylor!






Am Samstag war es endlich soweit: Die Verleihung des Gospel Award 2004 stand kurz bevor.

Im Vorfeld waren von einer Jury sechs Solisten und Ensembles aus immerhin etwa 300 Einsendungen ausgewaehlt. Mola Adebesi beschrieb als Sprecher der Jury vor der Presse deren Arbeit. Nach einer ersten Durchsicht des Materials einigte man sich schnell auf gemeinse Kriterien, unter denen neben Exaktheit und Intonation selbstverständlich Ausdruck einen hohen Stellenwert hatte, aber auch Originalität und musikalische Stimmigkeit zählten. Man einigte sich auch darauf, in jeder der drei Kategorien Solist, Ensemble und Chor jeweils einen traditionelleren und einen moderneren auszuwählen. Die technische Qualität des Videos war nicht relevant.

So begann nun der Abend, an dem die sechs Ausgewählten gegeneinander antreten sollten. Unter gekonnter Moderation durch Wolfgang Kons stellte sich zunächst die Jury vor, und der Pokal wurde präsentiert:




und zum Aufwärmen und um das Eis zu brechen trat Gaststar Nathalie Makoma mit dem Titel "You" auf, und brache den Saal mit ihrer Energie gut in Schwung.



Dann wurde es ernst: Die Finalisten mit der schweren Aufgabe, den Opener zu machen, waren His Voice aus Viersen/Aachen mit dem Titel "Hosanna" von Kirk Franklin.




His Voice steht für eine kompromisslose Präsentation modernster US-amerikanischer Gospelmusik und überzeugte mit präzisem Gesang über funkigem Rythmus, und einer sparsamen Choreographie, die dem persönlichen Ausdruck der Musiker alle Freiheit ließ, was diese hervorragend nutzten.

Als nächstes trat Betty Heller aus Gelsenkirchen mit "Lean On Me" auf, eine Ballade, zufällig auch von Kirk Franklin, und damit war sie der zweite (und letzte) Finalist der mit Contemporary Black Gospel den Schritt vor's Publikum wagte.



Ihre Stimme ging mitten in's Herz, die Botschaft kam auf geradem Wege an, und ihre eindringliche Interpretation der Ballade riss alle von den Stuehlen.

Der dritte Finalist vor der Pause war das White Gospel Movement Project aus Kulmbach, eine sehr junge Truppe, die das alte Spiritual "Jushua Fit The Battle Of Jericho" neu interpretierten.




Selten hat man eine schmissigere und vor allem originellere Version des Oldies gehoert: Der Rythmus hart und leicht funky, schoene Solo-Duette, und musikalisch völlig stimmig mit Rap-Einlage. Absolut mitreißend.

Halbzeit, und zur Auflockerung erzählte uns Karsten Feist als Otto Maat die Geschichte des Gospel einmal anders: Auf einer Leiter balancierend warf er einen humoristisch schrägen, aber genauen Blick auf die Geschichte Israels und der schwarzen Sklaven, und präsentierte uns seine Version der Geschichte der Musik des Evangeliums und der Guten Nachricht, und bewies uns, dass man auch heute noch auf diese gute Nachricht bauen kann (auch mit Hilfe einer netten Freiwilligen, die mit viel Vertrauen gleich den praktischen Beweis antrat :-) ).



Die zweite Spielzeit eröffneten die Gospel Messengers aus München mit "We Come To Praise Him" aus eigener Feder.




In einer rasanten Präsentation entfesselten sie mit dem schnellen Titel geradezu unbändige Energien. Dass sie bei diesem Tempo und diesen Bewegungen noch einen astreinen Chorgesang aufrecht erhalten haben, war geradezu unglaublich, und so ernteten sie auch den verdienten begeisterten Applaus.

Als fünfte Finalistin trat Felicia Taylor aus Dietzenbach mit ihrer Eigenkomposition "Celebration" auf.



Anmoderiert als "sie singt wie Mahalia Jackson", sang sie ihre ruhige und intensive Ballade und überzeugte mit wunderschöner Stimme und -- gerade wegen der Schlichtheit ihres Auftritts -- hoher Glaubwürdigkeit.

Der letzte Teilnehmer des Finales war der GrooveChor aus Hamburg mit "Revelation".




47 der 50 Chormitglieder waren gekommen, damit war dieses die größte Formation des Abends. Mit viel Dynamik und mitreißend frisch präsentierten sie den jazzigen Gospel und sangen die schwierigen Rythmen und Harmonien mit einer leichtfüßigkeit, die absolut beeindruckte und den verdienten Riesenapplaus einbrachte.


Und nun wurde es wirklich spannend: Das Handy-SMS-Voting begann (wobei die Preisangabe "...49 Cent" ein sehr deutliches "Buh" nach sich zog.) Ich muss sagen, dass mir die Entscheidung, wer mir denn am besten gefallen hätte, noch schwerer fiel als ich ohnehin erwartet hatte. Da hatten sich wirklich sechs starke Finalisten einen Showdown der Extraklasse geliefert.

Die Zeit zur Abstimmung überbrückte Deborah Woodson in atemberaubendem Kleid,



dann wurde der Briefumschlag auf die Buehne gebracht, der den Namen des Gewinners enthielt.

Felicia Taylor traf der Gewinn des Awards sichtbar völlig überraschend, damit hatte sie wirklich nicht gerechnet. Sie konnte es nicht fassen, überglücklich nahm sie den Pokal in Empfang. Zum Dank sang sie uns noch einmal ihr Siegerlied, jetzt noch freier und mit noch mehr Ausdruck. (Dank von Felicia Taylor an ihr Publikum)




Die RTL-Aufzeichnugn des Events ("Keine Fotos mit Blitz!") wird in der Weihnachtsnacht Ende des Jahres ausgestrahlt, dann können wir das den tollen Abend noch einmal genießen.

Beenden möchte ich den Artikel mit ein paar Eindrücken vom anschließenden Konzert des Oslo Gospel Choir mit Andrae Crouch. Aber eigentlich ist das eine andere Geschichte.






(Andrae Chrouch hatte einen Gastsänger namens Daniel mitgebracht)

Alle Fotos oben sind (c) Karsten Sievert





Felicia Taylor bedankt sich bei Euch



Ich danke euch … für eure Stimmen, die ihr mir im RuhrCongress in Bochum gabt. Dank euch habe ich den Gospel Award 2004 gewonnen. Ihr habt mich damit sehr glücklich gemacht und ich freue mich darauf, auch in der Zukunft, für euch singen zu dürfen.




Gott segne jeden Einzelnen von euch ... und ihr könnt sicher sein, dass ich weiterhin Gospel singen werde wo immer ich bin und wann immer ich kann. Ich möchte euch wissen lassen, dass in dieser Halle am 4. September, als ich „Celebration“ sang, die Worte ein Teil von mir waren, ein Teil meines Gebetes an Gott, denn ich bete, dass jeder auf dieser Welt die Bedürfnisse des anderen versteht, und dass wir lernen den Menschen, die uns verletzt haben, zu vergeben, so dass wir alle glücklich werden können. Gospel ist die Musik mit der ich aufgewachsen bin, denn meine Mutter hat immer gesungen. Ihr Lieblingslied war „Amazing Grace“. Als kleines Kind habe ich meiner Mutter ständig zugehört und meine ersten Gesangsversuche gemacht, doch erst als Erwachsene verstand ich warum sie so gerne sang. Meine Ur-Großeltern waren Sklaven auf den West Indiens, wo sie Gospel und Spirituals sangen, um sich gegenseitig zu helfen. Die Menschen im RuhrCongress-Zentrum in Bochum haben mir die Chance gegeben den Gospel, den ich in meinem Herzen trage, mit so vielen Leuten zu teilen … … und dafür möchte ich mich herzlich bedanken!



Copyright (c) zwei Fotos von Reinhold Uhl






Nachtrag von Reinhold:

Wer nicht zum Gospelkirchentag fahren konnte, aber *bibel.TV empfangen kann,der kann sich die
Verleihung des

Gospel-Awards LIVE


in *bibel.TV am 16. Oktober ansehen.
Für alle, die Bibel TV nicht empfangen können, sendet RTL an Heiligabend 2004 eine große Gospelnacht
mit fünf Stunden Gospel vom Feinsten, darunter auch die komplette Gospelaward-Gala.

Celebration von Felicia Taylor als Notenausgabe erhältlich hier beim Firmament Musik Verlag http://www.firmament.de



Eine CD zum Gospel-Award ist ebenfalls schon erhältlich. Mehr Info dazu hier

Eine DVD erscheint im Januar 2005


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