Kommentar
Berichte: Israel and New Breed in Hamburg und Amsterdam
eingegeben von: Nico
30. April 2006
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Am 20. April traten Israel and New Breed zum ersten Mal in Deutschland auf - eine gelungene, aber nicht fehlerlose Premiere. Drei Tage später stand er in Amsterdam auf der Bühne -- auch hiervon ein Bericht.
Hamburg, 20.4.2006
Bericht von Nico Haase
The thing that I love so much about Israel and New Breed (...) is the ability to take something that is floating around in the athmosphere, everybody feels it, but nobody can say it, and he reaches up and just pulls down a phrase that you can hear allover the place, and he wraps it in a song.Bishop Joseph Garlington auf "Live from another level"
Für den 20. April 2006 wurde ein Event angekündigt, das in Deutschland lang herbeigesehnt wurde: Mit Israel and New Breed trat erstmals eine der aktuellsten Gospelgrößen Amerikas hier auf. So war der Andrang in der Hamburger Christengemeinde Elim auch schon um 19 Uhr, eine Stunde vor Konzertbeginn, groß. Das Publikum war sehr gemischt: Neben Deutsch war auch sehr oft schon vor dem Saal Englisch zu hören, denn viele Afroamerikaner wollten die Möglichkeit nicht verpassen, einen angesagten Künstler aus der Heimat zu erleben. Auch verschiedene Beweggründe zum Besuch des Konzerts konnten ausgemacht werden: Einige waren selbst Sänger und von ihren Chorleitern eingeladen worden, andere wiederum waren selbst Chorleiter oder Gospelmusiker, die sich gute Anregungen für die eigene Arbeit mit nach Hause nehmen konnten. Aus der norddeutschen Gospelszene wurden unter anderem Timothy Riley und Volker Dymel gesichtet.
Zumindest die Vorbereitung auf das Konzert stellte sich als leicht problematisch heraus: Der Einlass verzögerte sich immer weiter. Nach einigen technischen Problemen konnten die 500 Besucher um zwanzig vor neun endlich in den Saal strömen, wo sie von Israels Band instrumental auch direkt begrüßt wurden. Sie verließen die Bühne aber bald wieder, um Platz zu machen für die Einheizer Hanjo Gäbler und David Thomas, der für die erkrankte Florence Joy eingesprungen war. Leider wurde ihr Auftritt wegen des Zeitverzugs auf zwei Stücke gekürzt, die aber keineswegs weniger gelungen rüberkamen. Ganz im Gegenteil: Das Duo holte zu seinem zweiten Stück auch noch Davids Bruder Tyndale hinzu, sodass sie dreistimmig "This Train" anstimmen konnten.
v.l.n.r: Tyndale und David Thomas mit Hanjo Gäbler am Piano
Gegen zwanzig nach neun war es dann endlich soweit: Unter tosendem Applaus betraten Israel Houghton, drei Background-Sänger und die vierköpfige Band die Bühne. Schnell wurde deutlich, dass sich die Verzögerung auch auf sie durchschlägt, denn die Mischung der ersten Stücke klang nicht übermäßig ausgereift, sondern erinnerte mehr an lauten Klangbrei. Dafür war das Publikum direkt begeistert. Nach und nach erklangen viele bekannte Stücke aus Israels Alben, und die Stimmung (des Publikums, aber auch des Tons) wurde immer besser.
Israel Houghton & New Breed
Im Laufe des Konzerts wurden Elemente deutlich, die typisch für amerikanische Gospelkünstler ist: So überraschte die Besetzung des Schlagzeugers, der eigentlich Keyboarder ist. Diese Rolle nahm er später auch ein, dafür wechselte Israel selbst ans Schlagzeug, neben Gitarre und Keyboard das dritte Instrument, das er an diesem Abend spielte. Den musikalischen Teil ergänzte Israel durch eine sehr bewegende Predigt, die besonders beim amerikanischen Publikum zu starken Emotionen führte. Doch nicht nur ihnen tat der ganze Abend, der wie ein langes Medley mit einem roten Faden durchzogen war, gut, auch unter dem weißen Publikum herrschte viel Freude und Nachdenklichkeit.
"It almost feels like home" - schon nach gut der Hälfte des Auftritts merkte Israel an, wie wohl er sich auf dem neuen Terrain Deutschland fühlt und dass er gerne wiederkommt. Hoffentlich löst er dieses Versprechen ein!
There's A Lifting Of Hands...
Amsterdam, 23.4.2006
Bericht von Karsten Sievert
Drei Tage nach seinem Hamburg-Auftritt war Israel Houghton in Amsterdam, in der Levend Evangelie Gemeente, und wir (vier Deutsche mit Mili und mir) waren dabei. Für uns liegt -- wie für viele andere in Deutschland -- Amsterdam deutlich näher als Hamburg.
Wir wurden zwar etwas spät in die Halle gelassen, aber das Konzert begann pünktlich.
Beeindruckend zunächst (und ein Zeichen dafür, was für eine mächtige Worship-Szene dort existiert) die Vorgruppe um Gilbert Thera mit Band: Er brachte 6 Backgroundstimmen und achtköpfige Band incl. Drums, Percussion, und Bläsersection auf die Bühne. Fett!
Vorgruppe Gilbert Thera mit Band ...
Offenbar ist die Band lokal sehr bekannt, das Publikum hat sich von ihnen schon mächtig mitreißen lassen, und der heilige Geist drehte mit Macht seine ersten Runden durch den Gottesdienstraum der Freikirche.
...spannte mit vier Liedern den Bogen von Party bis Gebet
Dann gab's eine Pause -- das ganze Event war sehr sympathisch organisiert und moderiert, ein wenig unkonventionell (Freikirche halt, und keine Konzerthalle), aber wirklich nett. "Und nun freut ihr Euch auf Israel Houghton? <Jubel> Er kommt aber noch nicht, das dauert noch ein paar Minuten. Wir werden gegen neun beginnen, Ihr könnt also nochmal raus gehen und die Tische der Hilfsaktionen besuchen, CDs der Vorgruppe kaufen, oder etwas trinken." :-) Das Publikum trug's mit Gelassenheit.
Israel beschrieb sich selbst als "coming from a cross-cultural background, which is a nice way to say that I am half black and half white." Nun, auch im Publikum war das ganze Spektrum von niederländischem Bleichgesicht bis Afrikaner vertreten, besonders auffällig war aber die große Zahl Besucher mit karibischem und indonesischem Hintergrund -- die Kolonialzeit lässt grüßen.
Rockige Töne eröffneten den Abend
"Are you always that radical?" -- Israel scherzt mit dem Publikum und fühlte sich erkennbar wohl
Dann kam endlich Israel Houghton mit Band und Sängern auf die Bühne. Der Sound war anfangs -- vielleicht ähnlich wie in HH -- eigentlich nur lärmig (offenbar ist es gerade Mode, die PA ohne Skrupel voll in die Kompressoren und Limiter zu fahren, um den Eindruck von extremer Lautstärke bei gerade-noch-gesundem Schalldruck zu erzeugen, was absolut zulasten der Differenziertheit geht), und im Worshipteil war der Sound dann recht gut. Man hat leider fast keine Texte verstanden, aber das Publikum kannte fast alle Lieder (und ich dachte ich kenne viel von ihm, aber er ist offenbar auch einmal diagonal durch das Freikirchen-Repertoire gepflügt, das die Niederländer wohl im Gottesdienst auf englisch singen.)
Bei den ruhigeren Worship-Songs hatte die Gemeinde die Hände zum Gebet erhoben...
Nun fand der Auftritt ja quasi im holländischen Bible Belt statt, das Publikum kam mehrheitlich aus Baptisten- und Pfingstler-Gemeinden, also "Heimat" für Israel, und entsprechend waren sofort alle Hände gen Himmel gehoben, und zwischen Bühne und Publikum hat sich eine enorme Energie aufgebaut, das war schon wirklich toll. "Are you always that radical?" Einzelne habe ich gesehen die sich in dem Hexenkessel sogar betend auf den Boden kauerten. Es war wirklich ein sehr intensiver Abend!
...und Bühne und Publikum wurden eins!
Auch hier konnte Israel es sich nicht verkneifen, wenigstens ganz kurz seine Schlagzeug-Fähigkeiten zu demonstrieren und ging seinem Schlagzeuger (der einen unglaublichen Rhythmus unter die Stücke zu legen versteht!) beim Schlusswirbel kräftig zur Hand.
Furioses Schlagzeug-Finale
--Nico Haase für Hamburg
--Karsten Sievert für Amsterdam
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