Kommentar
"Jesus is real" - Krefeld feiert seinen 10. Geburtstag
eingegeben von: Nico
27. Oktober 2006
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Elf Jahre ist es her, dass Jerry Thomas und Angelika Rehaag, die beiden Organisatoren des Krefelder Gospel Musik Festivals, sich in Stockholm über den Weg gelaufen sind. Aus einem Traum der Rheinländerin ist ein großes deutsches Gospelfestival geworden.
Für den Geburtstag wurden alle Superlative gebrochen: Knapp 430 Sänger in sehr ausgewogener Stimmaufteilung (rund 150 Sopranistinnen, 150 Altistinnen, 60 Tenorstimmen und 60 Bässe) probten mit sechs Dozenten drei Tage lang im "großen Workshop" und erfreuten auf vollbesetzter Bühne im Seidenweberhaus ein so zahlreich wie nie erschienenes Publikum, 60 Jugendliche gaben am Mittwoch abend schon ihr Konzert des vorgelagerten, zweitägigen Jugendworkshops und insgesamt wurden ganze 58 Bleche Kirschstreusel (danke, Hermine und Mathilde!) in die Sängermünder geschoben.
Das Festival begann dieses Jahr mit einem Jugendworkshop: 2004 wurden die jungen Teilnehmer des Festivals erstmals besonders hervorgehoben, als sie bei Donnie McClurkins "Yes, You Can" einen Solopart hatten. Daraus erwuchs für den kommenden Workshop im Herbst 2005 die Idee einer Teenagerklasse, die zwei vom Erwachsenenworkshop komplett unabhängige Stücke einübte. Im Rahmen des Abschlusskonzerts bekamen sie auch ihren eigenen Platz mit einem Auftritt direkt nach der Pause, den die Erwachsenen aus dem Publikumsraum verfolgen durften. Schon kurz nach dem Festival waren Andeutungen zu vernehmen, für 2006 werde dieses Projekt noch weiter ausgeweitet, und mit dem Versand des Anmeldeflyers war klar: Zum 10. Festival gab es einen noch weiter augelagerten Jugendworkshop, der am Dienstag und Mittwoch vor Beginn der Proben des großen Festivalchors seine Stücke einstudierte. Mit Unterstützung der Solistin Natalia Antczak und des Pianisten Martin Drazek leitete Angelika Rehaag diesen Jugendchor. Am Mittwoch abend gab er in der Krefelder Friedenskirche, die seit dem ersten Festival musikalisch immer wieder umgekrempelt wird, seine Stücke zu Gehör, zusammen mit den "Voices Of Praise", dem College-Chor des Baldwin-Wallace-College aus Berea, Ohio. Dieser wiederum wird geleitet von Jay T. Hairston II, dem Sohn eines Dozenten des Festivals.
Nach dem Konzert ist vor der ersten Probe - das galt zumindest für die Teilnehmer des regulären Workshops, die auch zahlreich im Konzert der Jugend anwesend waren. Am Donnerstag morgen ging es dann auch für sie an die Arbeit - mit altbewährten Dozenten wie Tim Carpenter, Dana Powell und Jay T. Hairston, mit Joshua Nelson, der bei seinem letzten Besuch 2003 das Publikum mit seiner Form des Gospel, dem "Kosher Gospel", begeisterte, mit Bryant Jones, 1998 zuletzt zu Gast mit dem Damenquartett "Light of Love" aus Chicago, aber auch mit Ronald Seibert, der zum ersten Mal in Krefeld zu Gast war. Insgesamt gestalteten sich die Proben dieses Jahr etwas komplizierter, das lag nicht nur an der Zahl der Sänger, sondern auch an der großen Zahl von Dozenten. Weiterhin musste Michael T. Shaw sehr kurzfristig absagen, wodurch Ronald die Chance bekam, mit dem Chor ein komplett neues Stück einzuüben (nebenbei, es hat sich gelohnt!).
Die Proben waren in diesem Jahr aber auch durch den Geburtstag geprägt. Alle Dozenten wurden im letzten Jahr eingeladen, auf eigene Kosten die Reise nach Krefeld anzutreten (und es wären noch mehr anwesend gewesen, hätten nicht in letzter Minute auch bei anderen Chorleitern private Umstände das Kommen verhindert). Aber auch die Anwesenden hatten einen Grund zum Feiern: Unter den Helfern des KGMF konnte einigen für durchgängige Mitarbeit in den letzten zehn Jahren gedankt werden. Angelika Rehaag und Heidi Vlecken stöberten in den Anmeldelisten der letzten zehn Workshops und konnten drei Sänger ausmachen, die kein Festival verpasst haben.
Doch zu jedem Geburtstag gehört nicht nur der Blick zurück, sondern auch einer in die Zukunft. Nach Ansicht von Angelika sollte das Festival noch weiter wachsen. Zum Abschluss des Konzerts am Samstag abend erhielt jeder Sänger einen Schlüsselanhänger in Form eines Fußabdrucks mit dem Auftrag, diesen Abdruck einem potentiellen Neusänger für das nächste Festival in die Hand zu drücken - dass dieser jedoch erst in anderthalb Jahren in den Genuss des Festivalchors kommen wird, erstaunte viele Teilnehmer: Ein möglicherweise zahlenmäßig doppelt so großes Festival soll erst in der Woche nach Ostern 2008 stattfinden. Bis dahin ist viel zu tun, viele Fußsohlen sind weiterzugeben, und das alles unter dem Eindruck des "Prayer of Jabez", das der Workshopchor sang: "Oh, that you would bless me and enlarge my territory! Let your hand be with me, and keep me from harm so that I will be free from pain." (1. Chronik 4, 10)
weiterführend: Artikel der Westdeutschen Zeitung, der RP und Bilder auf Buchtips.net
noch unkommentiert... 
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