Kommentar
Feels Good: Take 6 begeisterte in Ingolstadt
eingegeben von: Arjan
08. November 2006
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Das erfolgreiche Vokalensemble "Take 6" konzertierte auf seiner noch andauernden Europa-Tour im Rahmen der Ingolstädter Jazztage und überzeugte auf ganzer Linie.

Am Sonntag, den 5. November traten Take 6 anlässlich der 23. Ingolstädter Jazztage auf. Rechtzeitig in der Kirche eintreffend, hatte mir Take-6-Fan Yvonne einen Platz in der ersten Reihe reserviert. Yvonne hatte ich vor längerem über das Messageboard der Gruppe kennengelernt. Take 6 in einer katholischen Kirche zu erleben, erschien mir ein guter Ort und auch die bunten, sich abwechselnden Scheinwerferlichter unterstrichen später die Raumatmosphäre wirkungsvoll. Die Kirche war nicht besonders groß und das Konzert war ausverkauft. Auf dem abgedeckten Altar standen Mineralwasserflaschen für die Sänger, vor dem Altar waren sechs Barhocker plaziert und neben auf den Treppenstufen hatten die Ministranten die Glöckchen von der Messe abgelegt. Die Akustik ist in den ersten Reihen immer schlechter als in der Mitte aber dafür entschädigt die genaue Beobachtung dessen, was sich direkt und sichtbar innerhalb der Auftretenden abspielt. So bekam ich mit, wenn Gruppenmitglieder unzufrieden waren, sich korrigierten oder auf Zeichen mit den Refrains einsetzten. Gestik und Mimik schaffen Lebendigkeit, charakterisieren ein Lifekonzert und entschädigten hier für den allzu technisch makellosen Klang. Auch die Bühnenpräsenz der Gruppe kann nur als perfekt beschrieben werden.
Das Repertoire umfasste im Wesentlichen Songs der neuen CD "Feels Good":
Come On / Feel’s Good / I’ve Got Life/Spread Love / Wade In The Water / Just In Time / Set You Free / Lamb Of God / Fly Away / We Don’t Have To Cry / Grandma’s Hands / More Than Ever / You Can Make It / Zugaben: Family Of Love / My Friend
Im Gegensatz zum Soundablauf auf den CDs, können die Sänger "live" durchaus "soulfuler", freier und spontaner ihre Soli präsentieren als dies die eher festgelegten Strukturen der Arrangements erwarten lassen. Cedric Dent hat in seiner Dissertation den Stil der Gruppe als "neo-jubilee" bezeichnet und verglichen mit den Jubileequartetten jener Epoche lassen sich sowohl im Backgroundgesang als auch in den Abfolgen der Leadparts Parallelen finden. Weiterhin fiel mir auf, dass der konsequente, tenorbetonte Gruppengesang auch vom Falsettobackground jener Quartette aus den sechziger Jahren und danach, beinflusst sein muss. In Verbindung mit den charakteristischen jazzigen Elementen lässt dies die Gruppe jung und frisch klingen. Dent reist aufgrund seiner Lehrtätigkeit nur noch selten ausserhalb der Staaten und wurde während der Tournee durch Roger Ryan ersetzt. Ryan spielte Piano in "We Don’t Have To Cry" und David Thomas und Joey Kibble griffen bei ein oder zwei Songs zur akustischen Gitarre. Gut gefallen hat mir auch Alvin Chea, der Basssänger der Gruppe, mal "bumpling bass" singend aber auch solistisch das Instrument imitierend. Das Konzert endete, ohne Pause und mit Zugaben nach eineinhalb Stunden. Nach dem Konzert habe ich die Gelegenheit ergriffen, mit Yvonne zusammen vor der Garderobe auf die Gruppenmitglieder zu warten, um das Booklet ihrer neuen CD signieren zu lassen. Hier war die Atmosphäre locker, freundlich und aufmerksam zugewandt. Take 6 werden am 11. November in Leverkusen und am 18. November in Köln gastieren.
Bernd Grimmel
Weitere Konzerttermine in Europa:11. November 2006 in Leverkusen mit WDR Big Band [Info]
13. November 2006 Oslo, Norwegen [Info]
15. November 2006 Kiew, Ukraine
17. November 2006 London, England [Info]
18. November 2006 in Köln (Philharmonie) mit WDR Big Band [Info]
Weitere Informationen und Bildquelle: www.take6.com
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