Kommentar
Aufnahme-Wochenende mit dem German Gospel Choir
eingegeben von: Arjan
12. Januar 2007
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Für den Gospelchor der Gospelchorleiter begann das Jahr 2007 im Tonstudio. Ein Erlebnisbericht über das Wochenende in Witten.

Freitag morgen, 9 Uhr. Gespannt und neugierig betrete ich die Kirche - und sehen einen zum Tonstudio umfunktionierten Altarraum. Technik vom feinsten, Kopfhörer für jeden, Mikros - jetzt wird's ernst. Ich schau mich um und sehe einige wenige bekannte Gesichter - z.B. vom Gospelkirchentag oder vom Pogo - aber auch viele neue.
An der "Rezeption" werden alle mit einem freundlichen Lächeln begrüßt, bekommen ein Namensschild und ein "Herzlich willkommen!". Der erste Kaffee wird getrunken, erste Kontakte geknüpft, ein fröhliches Hallo und: "Na, kannst du auch alles auswendig?" Das Recording Weekend des German Gospel Choir - der Chor der Chorleiter - kann beginnen.
Und das tut es dann auch: mit freundlichen Worten von Ralf Rathmann, der das Wochenende unter der Wochenspruch stellt und damit klar macht, warum ich da bin: Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. (Kolosser 3,17). Er erklärt in groben Zügen, wie das Wochenende aussieht und ablaufen soll und dann geht es los.
Wir packen uns in Dreiergrüppchen zusammen, einfach so, ohne den Mikromitstreiter zwingend zu kennen, und gehen auf unsere Plätze ins Studio. Und schon steht der erste Referent auf dem Dirigentenpult, Joakim Arenius aus Schweden, und motiviert uns durch seine charmante und profesionelle Art, es ihm nachzutun: Hoi hoi hoi, hey hey hey.....Die Stimme wird langsam warm, ich gewöhne mich an die Umgebung, den Klang - kurz: ich fange an mich wohlzufühlen. Aufnahmeleiter Helmut Jost und Tontechniker Frank Röcher sind natürlich auch längst da und haben Stellung in der zum Aufnahmestudio umfunktionierten Sakristei genommen und so geht es nach intensivem Einsingen mit dem ersten Song los. Allerdings noch nicht mit Aufnehmen, sondern mit Üben, Einstellen der Lautstärke der Playbacks auf unseren Ohren, Umstellen der Sänger, Ermahnungen (nah ans Mikro, deutlich singen, Achtung beim Aufstehen, nicht auf die Kabel treten....). Das nimmt einiges an Zeit in Anspruch und erst mittags wird es richtig ernst: die ersten Töne werden aufgenommen. Immer Stück für Stück, manchmal auch nur einzelne Töne, in mühevoller Kleinarbeit, wird das Lied zusammengesetzt.
Nach einer erfrischenden Mittagspause mit leckeren Spaghetti geht es weiter und wir sind hoch motiviert. Nun gibt sich Helmut Jost selber die Ehre und wir bemühen uns sehr, seinen Anweisungen Folge zu leisten. Bis zur Kaffeepause mit selbstgebackenem Kuchen haben wir es noch nicht ganz geschafft, sind aber geschafft. Doch die Pause tut gut und gestärkt geht es weiter, bis auch Song 2 drauf ist. Nun noch mal ein Lied von und mit Joakim und gegen 22 Uhr haben wir auch das im Kasten. Drei von ursprünglich für den Tag geplanten vier Liedern haben wir nun drauf - aber das macht nichts, morgen geht es mit Neuer Frische weiter.
Die Sängerinnen und Sänger treffen sich, wer will, noch zu einem kurzen gemütlichen Plausch im Bistro und gehen dann müde und kaputt auseinander, fahren nach Hause oder beziehen ihr Quartier in einem der umliegenden Hotels.

Hanjo Gäbler
Am nächsten Tag geht es so weiter: Einsingen, Plätze einnehmen, Üben, Aufnehmen, Hören, noch mal Aufnehmen. Ich merke, wie mein Körper anfängt zu rebellieren: meine Ohren tun weh - außen! - ich kann und will nicht mehr stehen.....Aber es geht unermüdlich weiter! Und die hervorragenden Referenten vor mir versuchen auf ihre sehr unterschiedliche Weise, mich und uns immer wieder aufzubauen und herauszufordern. Heute ist Hanjo Gäbler aus Hamburg dran und fordert: "Macht mal richtig Alarm!" Und tanzen und Latin-Feeling lernen wir bei Tyndale Thomas, der eigens aus England angereist ist, um mit uns 2 seiner Songs auf CD zu bringen. Es geht sogar so weit, das Helmut sagt: "Jetzt macht mal alleine - ihr seid Chorleiter, also wisst ihr, wo die "1und" ist - und drauf!" Und? - Es funktioniert! Und auch die ganzen anderen "Helmut-Befehle" befähigen uns, so zu singen, wie er es möchte: schmaucheln, gospelig, Vibrato freigegeben, Maul auf!
Erschöpft und kaputt, aber auch berauscht und beschwingt, sind wir auch an diesem Abend gegen 22 Uhr fertig - heute haben wir immerhin 5 Lieder geschafft - und schließen mit einem gemeinsam gesungenen: Der Mond ist aufgegangen! Ja, auch so was kann der German Gospel Choir. Im Bistro sitzen wir wieder einen Moment zusammen und ich lerne immer noch neue Leute kennen.
Der letzte Tag! Müde innen und außen und körperlich nicht auf der Höhe starten wir wiederum mit Einsingen und räkeln und und und...Heute stehen noch mal 4 Lieder auf dem Programm und ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie wir wohl schaffen wollen. Denn gegen 18 Uhr soll Schluss sein, weil ja die ca. 70 Chorleiter aus ganz Deutschland kommen und teilweise noch eine mehrstündige Heimreise mit Auto oder Bahn vor sich haben. Also: auf geht's! Als Referenten dürfen wir heute Danny Plett und David Thomas begrüßen und beide haben den harten Job, noch mal das letzte aus uns rauszuholen.
So klingt es dann wohl auch teilweise und es machen uns diverse Tuning- und Timing-Problem sehr zu schaffen. Aber mit diversen Tricks: "Singt jetzt mal volles Rooohr " (O-Ton Danny Plett) und "Guckt ihm aufs Maul!" (Helmut zu uns über die Mundöffnung von David Thomas) und viel viel Beistand von oben kriegen wir es hin und es ist unglaublich aber wahr: das letzte Lied schaffen wir in kürzester Zeit und wir sind tatsächlich um 17:45 Uhr fertig - fix und fertig allerdings auch. Jetzt noch alle Anspannung rauslassen mit diversen Freuden- und Halleluja-Rufen und Clappings und das Werk ist vollendet.
Es war ein sehr anstrengendes Wochenende, aber darüber hinaus auch sehr aufbauend und motivierend für mich für meine Arbeit zu Hause. Ich habe mich wieder mal bei der Creativen Kirche sehr sehr wohl und rundum aufgehoben und versorgt gefühlt, durch die vielen helfenden Hände und freundlichen Gesichter. Nochmal ein herzliches Dankeschön dafür.
Ich hoffe und wünsche mir, das viele Leute an der CD ihre Freude haben werden und so auch Lust auf Gospel und Lust auf Gott bekommen.
Katrin Wengler

Siehe auch "70 Gospelchorleiter im Studio" (Bericht auf Gospelradio .de)
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