Bunt gemischt
Gospelworkshop mit Joakim Arenius zum Nikolaus 2009
eingegeben von: Thilo
08. Dezember 2009
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Die Creative Kirche und Joakim Arenius luden zum diesjährigen Nikolauswochenende zu einem bemerkenswerten Gospelevent nach Witten ein. Im Mittelpunkt stand das Songbook „My Favorite Gospelsongs“ und weihnachtliches Repertoire, das in einen eindrucksvollen Gottesdienst mündete.
Zunächst etwas verloren als „Joakim – Newcomer“ saß man in einer scheinbar eingeschworenen Gemeinde aus geübten Areniusfans, die sich offensichtlich schon ausgiebig in den eigenen Chören mit der schwedischen Literatur beschäftigt hatten. Trotz dem „Newbe“ – Status (oder gerade deswegen) wurde man mit im wahrsten Sinne des Wortes mit „offenen Armen“ empfangen. Dass Arenius etwas auf sich warten ließ, ermöglichte, sich einen groben Überblick über einige Herkunftschöre der Teilnehmer zu verchaffen: Neben „Open Arms“ aus Vellmar war „Get Up!“ aus Kassel, sowie Joy4Life vom Edersee vertreten. Zu einer ausgiebigeren Recherche fehlte leider die Zeit, denn dann betrat er auch schon die Bühne.

Unter dem Motto "We are here to have fun - I hate the sound of thinking" startete Arenius mit seinem Kultklassiker „We Pray“. Mit dem Zitat meinte er, dass suchende Blicke und konzentriertes Notenlesen immer Zeit und Energie kostet und den Spaß am Gesang nimmt - dann lieber den ein oder anderen falschen Ton tolerieren. "We Pray" ist ein Arbeitssong, der sich um das Beten als Lösung einer langen und schweren Arbeit mit wenig Aussicht auf Erfolg dreht. Weiterhin folgte der Hit „A Joyful Noise“, wobei eine leichte Ähnlichkeit zu „Be Glad“ von Brooklyn Tabernacle Choir nicht von der Hand zu weisen war. „Time To Celebrate“ wurde auch für geübtere Sänger, aber wenig geübte „Joakianer“, zu einer gewissen Herausforderung durch seine nicht unkomplizierten rhythmischen Verschiebungen im Finale des Stücks. Im Original, eingesungen mit „Praise Unit“, glänzt David Thomas in einem Gastauftritt als Solist. „When I Can´t“, eine der Rocknummern des Albums sollte sich zu einer speziellen Herausforderung des Tenors herausstellen. Zur adventlichen Atmosphäre trugen zwei Weihnachtslieder bei „O Come Immanuel“ ein überlieferter und von Maria Nordenback arrangierter Satz aus dem Mittelalter mit phrygischen Wendungen. Das Sahnehäubchen zum Schluss des Workshops wurde Händels „Joy to he World“, erstmals von Johnny Cash, dann von Pop- und Gospelgrößen, wie u.a. Boney M., Mariah Carey oder Mahalia Jackson im Popularbereich fest etabliert.
Den Workshop beschließend fand der Gottesdienst „Himmelwärts“ im Saalbau in Witten statt, die Predigt hielt der katholische Geistliche Stefan Jürgens, ehemaliger Sprecher des „Wort zum Sonntag“.
Mit der überragenden Band der Creativen Kirche und hunderte von Stühlen, während des Soundchecks noch leer, kam die gewisse „Gänsehaut“ vor dem Auftritt, aber auch die traurige Gewissheit, dass noch nicht alles so perfekt saß. Das schon erwähnte Einbrechen der Tenöre im Solo von „When I Can´t“ trug nicht gerade zur Beruhigung der Beteiligten und des Chorleiters bei, der dies mit einem beherzten „Tenors, you are really bad“ kundtat – zu Recht! Eine Lösung musste her: Arenius wiederholte den Text einige Male, ließ Sopran, Alt und Bass sich zu den Tenören umdrehen und letzte ihre Part wiederholen. So ziemlich jedem Tenor dürfte schlagartig das Blut in den Kopf gerauscht sein (nach Atze Schröder ein ungewöhnlicher Weg für den männlichen Blutkreislauf) – und siehe da – es klappte und wurde mit einem Extraapplaus belohnt. Manchmal muss man Männer zu ihren Glück zwingen.
Im Gottesdienst folgten weitere – natürlich positive – Überraschungen, die man an dieser Stelle nicht schriftlich erfassen kann. Einen solchen Gottesdienst mit der bezaubernden „Kreativität“ der Creativen Kirche.
Der Predigttext von Stefan Jürgens ist HIER als PDF noch einmal nachzulesen.
Thilo Nordheim
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