Bunt gemischt
Contemporary Gospel Music, wie alles einmal begann...
eingegeben von: reinhold
23. Dezember 2003
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Mich interessiert Contemporary Gospelmusik eher am Rande, aber nachdem ein neuer Beitrag in dieser Kategorie überfällig ist, schreibe ich einfach nieder, was ich über die Anfänge des Contemporary weiß....
Edwin Hawkins "Oh Happy Day" und seine anderen frühen Aufnahmen fügen sich in die damaligen Chorproduktionen ein, unterscheiden sich nicht von solchen anderer Chöre dieser Zeit und sind stilistisch der traditionellen Gospelmusik zuzuordnen. Anders verhält es sich mit Andrae Crouch und seinen Disciples und so kann man Crouch als "Vater" des Contemporary bezeichnen. Er übernahm in seine Interpretationen und Arrangements Elemente der damaligen populären Musik und leitete damit eine Wende ein. Sowohl der Backgroundgesang als auch die musikalische Begleitung orientierten sich weniger an dem, was bislang üblich gewesen war. Crouch ist seiner Zeit voraus gewesen und ist seinem Ideal über Jahrzehnte treu geblieben. Er inspirierte weitere, nachfolgende Gruppen. Sandra Crouch zählt zu den bedeutenden Sängerinnen im neuen Stil ebenso wie Dannibelle Hall, beide ehemals Mitglieder der Disciples. Aus den späten 60er Jahren gibt es sowohl traditionelle als auch moderne Aufnahmen der Art Reynold Singers und ihre, mit einer mächtigen Stimme brillierende Topsolistin Glynna Session hat ebenfalls Songs aufgenommen, die als contemporary orientiert charakterisiert werden müssen. Weiterhin war es die Rance Allen Group, ein Männertrio aus Detroit, welches unübliche Wege beschritt und Einfluß auf den Quartettgesang nahm, wobei Allens Soloparts noch am herkömmlichen Leadgesang orientiert waren. Richard Smallwoods Karriere begann in den späten 70ern. Viele der frühen Contemporarygruppen waren gemischte Ensembles, dazu gehören meines Wissens auch die Benny Cummings Singers, die Anfang der 70er Jahren sehr populär wurden, die Howard Lemon Singers und, weniger bekannt, Teddy Grover & Joy oder die George Garrison Singers. Es war Walter Hawkins, der sich mit progressiven Chorarrangements auseinandersetzte, und damit viele junge Sänger und Sängerinnen anzog und auf diese Weise die gesamte Chorszene beinflußte, und sein Bruder Edwin Hawkins, der mit seinen Music & Arts Seminaren zur Verbreitung dieser Musik maßgeblich beitrug. Tramaine Hawkins ging später eigene Wege und wurde zu einer der bedeutenden Solistinnen im modernen Stil. Auch Vanessa Bell Armstrong würde ich zu den großen Contemporary Sängerinnen zählen, ebenso Deniece Williams. Eine weitere, inzwischen legendäre Gruppe waren die Winans, von denen wiederum BeBe, CeCe und Vickie Winans erfolgreiche Solokarrieren starteten. Zu den vergessenen Familiengruppe mit durchaus hörenswerten und interessanten Aufnahmen zählt die Niclas Family. Auch Leon Patillo, ein bedeutender Vertreter des frühen Contemporary ist in Vergessenheit geraten. Dies mag ein Teil der Kurzlebigkeit jener modernen Gospelmusik und ihrer jungen Zuhörerschaft sein, die zwar viele Aufnahmen produziert aber den Weg in die schwarzen Kirchen nicht immer findet. Selbst Shirley Caesar versuchte sich in den 70er Jahren mit modernen Arrangements, konnte sich jedoch nicht durchsetzen und kehrte zu eher traditionellen Aufnahmen zurück. Gleiches gilt für Jessy Dixon, der damals den Begriff "Christian Rock" für jene neue Musik verwendete und damit ausdrücken wollte, daß dies in seinem Verständnis keineswegs Gospelmusik sei. Al Greens Einfluß ist ebenfalls bedeutend. Green kam aus der kommerziellen Musik und integrierte diese in seinen Gospeldarbietungen. Damit verwischte er bislang akzeptierte Grenzen zur zeitgenössischen Soulmusik und lediglich seine Texte drückten aus, daß es sich um religiöse Musik handelte. Weitere Contemporaryinterpreten der ersten Stunden sind Sherman Andrus und Ernest Franklin. Auch der Einfluß der von James Cleveland ins Leben gerufenen Gospel Music Workshops Of America auf die zeitgenössische "choir music" dürfte unbestritten sein, viele Solisten dieser Workshops sind heute Contemporarygrößen, etwa Kurt Carr, Daryl Coley oder Donald Vails. Auch die Clark Sisters gingen als progressive Frauengruppe neue Wege, um diese in späteren erfolgreichen Solokarrieren, fern der herkömmlichen schwarzen Kirchenmusik, fortzusetzen: Twinkie Clark Terrell, Karen Clark Sheard und Dorinda Clark gehören zu den Superstars von heute. Unter den älteren, progressiven Chorleitern seien Keith Pringle, Walter Whitman und Thomas Whitfield erwähnt, deren Arangements eng an die Musik Hawkins anknüpft. Sicher ist dieser Artikel keine komplette Auflistung aller bekannten älteren Contemporarygrößen sondern lediglich eine Orientierungshilfe und man möge mir nachsehen, wenn ich wichtige frühe Interpreten vergessen haben sollte. Ein großes Problem für Interessierte stellt die Tatsache dar, daß die Flut an Gospelaufnahmen seit den 60er Jahren ständig wächst und es immer schwieriger wird, einen repräsentativen Überblick zu behalten. Bernd
noch unkommentiert... 
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