NotenLehre

II-1 Stammtöne und chromatische Tonleiter

Noten versuchen Musik auf Papier festzuhalten. Hierbei werden Tonhöhe und Tondauer durch Höhe (die Anordnung auf den Linien) und Form (Aussehen) angegeben. Außerdem werden andere Attribute bzw. Eigenschaften der Töne wie Tempo, Lautstärke, Ausdruck, Artikulation usw. durch zusätzliche Zeichen und Wörter definiert, dieses soll aber erst im weiteren Verlauf des Workshops auf uns zukommen. Jede Note beschreibt also in erster Linie die Tonhöhe die wiederum in Frequenz(Hz) gemessen wird und Dauer!

Grundsätzlich gibt es 7 Töne (die Stammtöne) mit denen wir uns beschäftigen werden. Diese Töne sind nach dem Alphabet,

C - D - E - F - G - A - H

benannt.

Es ist hierbei zu beachten, dass durch einen Übertragungsfehler, den uns ein Mönch bescherte, das eigentliche B mit einem H ersetzt wurde.

Wenn man dies weiß, macht es auch ein bisschen mehr Sinn und wir sagen nicht c,d,e,f... sondern a,b,c,d,e,f,g!

Nun haben wir die Namen der Stammtöne gelernt und sollten uns anschauen wo wir im Notensystem diese Töne denn wiederfinden. Dazu werfen wir einen Blick das folgende Bild. Wir lassen ganz links den Notenschlüssel erst einmal ausser acht und kümmern uns nur um die Noten auf oder zwischen den horizontalen Linien des Notensystems.

Und siehe da, da ist sie wieder unsere oben angesprochene Tonfolge!

Wir könnten das Schema jetzt einfach nach oben oder unten weiter ausdehnen und es würde immer bei der gleichen Abfolge von Notennamen bleiben. Da das irgendwann aber auch ziemlich unübersichtlich werden würde, bedient man sich der Hilfslinien. Mehr zu Hilfslinien und dem eigentlichen Notensystem ist in der nächsten Lektion zu finden und soll hier nur kurz angesprochen sein, weil das "tiefe" C auf der linken Seite mit einer solchen Hilfslinie gekennzeichnet ist.

Jeder Klavierschüler lernt erstmal die weißen Tasten kennen und da es sich bei den weißen Tasten um die Tonart C handelt denken viele Pianisten vom C an. Eigentlich legt aber das A (440 Hz) der sog. Kammerton, das gesamte Notensystem fest.

Warum sich am Anfang der Notenlehre vieles mit dem Klavier leichter erklären lässt als umständliche Berechnungen zu büffeln oder gar sich mit Gitarentabulaturen zu behelfen, kann das folgende Bild vielleicht erklären.

Hier sehen wir einen Ausschnitt einer Klaviertastatur/Klaviatur (nimm das Bild und lege es immer nebeneinander und Du erhälst in etwa eine komplette Klaviatur). Die weißen Tasten sind die, die jetzt für uns relevant sind. Wir erinnern uns an die Stammtöne von denen wir weiter oben bereits sprachen (c,d,e,f,g, a, h). Genau diese weißen Tasten sind nun unsere Stammtöne. Spielt man nun nur die weißen Tasten beginnend von C bis zum nächsten C, spielt man schon die komplette C-Dur Tonleiter!

Dieses Bild kann uns aber noch viel mehr erklären! Nämlich zum Beispiel Halb- und Ganztonschritte. Dazu wollen wir aber noch schnell die schwarzen Tasten (und vor allem deren Notennamen) kennenlernen!

Wenn wir uns nun einmal die schwarzen Tasten genauer Anschauen, stellen wir fest das alle schwarzen Klaviertasten zwei Bezeichnungen haben. Das soll uns nicht verwirren! Hierbei handelt es sich um sogenannte enharmonische Verwechslungen die wir später noch untersuchen werden (siehe nächsten Workshop).

Relevant für uns sind erst einmal die oberen Bezeichnungen (von links nach rechts): cis, dis, fis, gis und ais.

Spielen wir jetzt jede der Tasten auf dem Klavier nacheinander beginnend mit C an, erhalten wir die chromatische Tonleiter. Diese Tonleiter ist es, die wir brauchen um alle Noten, Tonleitern und auch Akkorde abzuleiten!

Diese chromatische Tonleiter ist aufgebaut durch eine Aneinanderreihung von Halbtonschritten. Genau das ist unser Ausgangspunkt wenn wir die Klaviertastatur oben noch einmal anschauen. Da gibt es das C und einen Habton höher das Cis.

Einen weiteren Halbton höher und wir erreichen das D. Diese Folge geht bis zum H.

Nach dem H geht es wieder einen Halbton nach oben zum dann folgenden C. So kann dann die Folge wieder von vorne beginnen. Nur halt eine Oktave höher.

Im Notensystem könnte das dann so aussehen (das Kreuz vor einer Note bewirkt das Anheben des Tons um einen Halbton):

Genau das soll unser Stichwort sein für die nächste Lektion. Hier geht es dann nämlich um die Vorzeichen und um die Note. Intervalle (was z.B. auch eine Oktave ist) kommen im weiteren Verlauf des Workshops dran. Erst einmal gilt es die Grundlagen anzusprechen bevor wir in tiefere Spähren der Notenlehre eindringen!

Tip:

Es ist UNUMGÄNGLICH, die Stammtöne zu kennen.

Zum Üben: Versuche mal die Stammtöne in der richtigen Reihenfolge aufzusagen und beginne immer mal wieder mit einem anderen Grundton (also mal nicht mit C anfangen sondern auch mal mit G oder F, oder, oder, oder...). Das müsst ihr perfekt beherrschen!

Noch wichtiger ist allerdings, wenn man auch den Ort der Note im Notensystem kennt. Dieses geht nur über viel Üben. Dabei muss man sich zu Anfang keine Tonleitern einprägen. Es hilft schon, wenn man sich immer, wenn man ein Notenblatt vor Augen hat, fragt welche Note das auf dem Blatt mal sein könnte. Dieses "unbewusste" Lernen ist stressfreier, dauert aber viel länger als ein Studium von Tonleitern, ist vielleicht aber auch nicht so "langweilig"!

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Erstellt am 20. August 2013 von Administrator, letzte Änderung am 20. August 2013