NotenLehre

III-1 Intervalle Part 1

Einleitung/Ausblick:

Wir haben die ersten Erfahrungen mit Noten nun schon hinter uns und können uns fast schon als Alte Hasen bezeichnen. NUR ist es ja leider so, das auf so einem Notenblatt meist mehrere Noten zu finden sind und nicht immer ist nur eine Note an einem Ort, sondern gleich Mehrere übereinander. Dann kommen wir in einen Bereich der langsam aber sicher schon anspruchsvoller wird. Dann geht es um Tonleitern, Akkorde, Intervalle und Harmonien, jene Sachen, die die Musik erst interessant machen! Genau hierin liegt das Ziel unseres Notenlehre Workshops. Wir wollen am Ende des Workshops in der Lage sein selber Akkorde zu bilden und zu benennen, Tonleitern erkennen und evtl. auch ein wenig improvisieren zu können. Dazu brauchen wir ein paar Rüstwerkzeuge. Anfangen müssen wir deshalb bei folgendem Thema:

Intervalle

Der Abstand zwischen 2 Tönen wird als Intervall bezeichnet. Wer einmal Latein in der Schule hatte oder immer noch hat, der wird festellen, dass die Bezeichnungen der Intervalle lateinische Ordnungszahlen meint. Daraus ergibt sich eine Reihenfolge von

Prime - Sekunde - Terz - Quarte - Quinte - Sexte - Septime - Oktave - None - Dezime

Prime: erste Stufe,
Sekunde: zweite Stufe,
usw...

Um mit den allgemeinen Bezeichnungen im Notensystem etwas anfangen zu können schauen wir uns einmal die Intervalle an, die auf dem Grundton der Durtonleiter aufgebaut sind. 4 der Intervalle sind reine Intervalle (vollkommende Konsonanzen). Es handelt sich hierbei um die Intervalle: Prime, Quarte, Quinte und Oktave. Was dies nun genau bedeutet kommt noch etwas später in dieser Lektion. Es sollte nur mal erwähnt werden :)

Beginnen wir die Intervalle zu verstehen durch einen Blick auf dieses Bild:

Was wir hier sehen sind Abstände zwischen jeweils zwei Noten. Bei der Prime (reinen Prime) gibt es keinen Abstand, da man aber die Ausgangsnote mitzählt, ist das erste c' die 1 (prime = erste).

Bei zum Beispiel der Quarte sehen wir das folgende (grüne Zeilen sind als Noten oben in der Grafik zu sehen, rote Noten sind die Zwischenräume):

c' als erste Stufe (die Ausgangsnote)
d' als zweite Stufe
e' als dritte stufe
f' als vierte Stufe (die Quarte zur Ausgangsnote c')

Ein weiteres Beispiel zu den Intervallbezeichnungen und der "Intervallgrösse" können wir anhand der folgenden Oktave erkennen:

c' als erste Stufe (die Ausgangsnote)
d' als zweite Stufe
e' als dritte Stufe
f' als vierte Stufe
g' als fünfte Stufe
a' als sechste Stufe
h' als siebte Stufe
c'' als achte Stufe (die Oktave zur Ausgangsnote c')

Natürlich kann das jetzt nicht alles gewesen sein, denn ansonsten könnte es ja jeder, das mit der Notenleser- und Versteherei. Wir haben ja in den ersten Lektionen etwas über Vorzeichen gelernt. Da gab es ein Kreuz(#) zum Erhöhen und ein Be(b) zum erniedriegen. Das nennt man Alteration.

Und wenn wir nun eine Note erhöhen oder erniedriegen, muß sich auch der Name des betreffenden Intervalls anpassen bzw. ändern. Ergo, ich muß also theoretisch ein vergrößertes Intervall bekommen können (durch das Kreuz als Vorzeichen) oder ein kleineres Intervall (durch das b). Wie das geht sollen uns die folgenden Bilder zeigen:

Prime

Gleich nach dem Betrachten der nächsten 3 Bilder sollte auffallen, dass es Unterschiede gibt, die in der genauen Bezeichnung des Intervallabstands liegen. Jetzt erinnern wir uns kurz an das oben stehende (vollkommende Konsonanzen). Dieses waren die Prime, Quarte, Quinte und Oktave. Vollkommene Konsonanzen werden als rein bezeichnet. Reine Intervalle werden durch Vergrößerung übermäßig, durch Verkleinerung vermindert. Siehe dazu die 3 Bilder der Prime. Das Linke ist eine verminderte Prim, weil durch das "b" der Abstand zwischen beiden Noten verkleinert wurde. In der Mitte befindet sich die reine Prim und rechts aussen die übermässige Prim, weil bei dieser der Abstand der Noten zueinander vergrößert wurde (durch das Kreuz "#").
Alle anderen Intervalle werden als groß bezeichnet und bei Vergrößerung übermäßig, bei Verkleinerung kleinund bei nochmaliger Verkleinerung als vermindertausgewiesen. Schauen wir uns dazu daoch einfach mal die Sekunde an:

Sekunde

Diese beiden Beispiele (Prime und Sekunde) können stellvertretend stehen für alle anderen Intervalle, da wir mit diesen beiden die Bezeichnungen schon abgedeckt haben (bis auf eine Kleinigkeit, die wir uns für später aufheben).

Wir wissen ja nun, das die Bezeichnungen der vollkommenden Konsonanzen mit vermindert - rein - übermässig vorgegeben ist.

Analog dazu ist dann auch der Rest vorgegeben. Das bedeutet alle noch fehlenden Intervalle
(Sekunde - Terz - Sexte - Septime - usw.) werden mit den Ergänzungen: vermindert - klein - groß - übermässig versehen (vermindert bei doppelter Verringerung des Notenabstandes).

Terz, Quarte und Quinte

Als Beispiele für alle Anderen und zum Verständnis der Intervalle haben wir hier einmal die Terz, Quarte und Quinte zusätzlich aufgeführt. Das Prinzip ist immer gleich und gilt auch für die noch fehlenden Intervalle (Ja, welche waren das denn noch?).

Weitere Beispiele:

eine große Sextewird durch Erniedrigung zur kleinen Sexteund durch Erhöhung zur übermässigen Sexte

eine große Septimewird durch Erniedrigung zur kleinen Septimeund durch Erhöhung zur übermässigen Septimeund

eine reine Oktavewird durch Erniedrigung zur verminderten Oktaveund durch Erhöhung zur übermässigen Oktaveund so weiter...

Auf ein Wort...

Zusammenfassend haben wir nun schon einen kleinen Einblick in die Intervalle bekommen. Wir wissen zwar noch nicht was man mit diesen Intervallen so alles anfangen kann und wir können auch noch keine Intervalle genau bennen wenn wir sie im Notensystem sehen, ABER wir haben das Rüstzeug angelegt und können schon einmal Tonabstände Intervallen zuordnen.
Einer der wichtigeren Sätze auf dieser Seite ist relativ unscheinbar und kann leicht überlesen werden, deshalb hier noch einmal der Hinweis auf ihn. Das Stichwort ist Grundton der Durtonleiter. Leider wissen wir ja noch gar nichts über die Durtonleiter und das ist auch der Grund, warum wir hier nicht die Lektion einfach weiter führen können. Denn, um Intervalle richtig benennen zu können, brauchen wir diese Dur Tonleiter. Wir werden also in der nächsten Lektion die Durtonleiter kennenlernen um dann weiter an den Intervallen arbeiten zu können.

Tip:

Das Kennen der Intervallnamen ist wichtig (wie ja eigentlich vieles in der Notenlehre - wenn nicht sogar alles).

Aber es hilft auch ungemein im Gespräch mit Musikern, Chorleitern oder Dirigenten auch das zu verstehen was diese da gerade gesagt haben.

Es ist einfacher:

Hey Tenor, singe mal eine Terz über dem Alt

zu sagen als:
Hey Tenor, singe mal 3 Töne (Grundton mitgezählt) der betreffenden Tonleiter höher als der Alt

Im Klartext, das Verständnis untereinander ist wesentlich leichter, wenn man auch nachvollziehen kann, was der Andere von einem will. Last but not least gehört es zu einer Fachkenntnis sich mit der entsprechenden Terminologie auszudrücken! Man hat als Gegenüber dann das Gefühl, dass der Andere weiß wovon er spricht!

In diesem Sinne wünschen wir Dir viel Spaß beim Üben und freuen uns schon auf die nächste Lektion!

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Erstellt am 21. August 2013 von Administrator, letzte Änderung am 21. August 2013