NotenLehre

III-3 Intervalle Part 2

Einleitung/Ausblick:

So, wir hatten in den letzten beiden Lektionen die Intervalle angefangen kennenzulernen und einen Blick auf die Dur Tonleiter geworfen. Beides brauchen wir um das heutige Thema verstehen zu können! Es geht also in dieser Lektion wieder um die Intervalle, allerdings wollen wir in der Lage sein am Ende dieser Lektion Intervalle zu benennen...!

Wie bereits gehört, brauchen wir die Dur Tonleiter um das zu können! Wir sollten auch noch die Intervalle kennen von denen wir heute reden (Prim, Sekunde, Terz, Quarte, Quinte, usw..). Deshalb erst noch einmal die Bilder zu den beiden Basics.

Im oberen Bild die C-Dur Tonleiter und im unteren Bild die ersten 10 Intervalle! Erinnert Euch kurz an die beiden vorangegangenen Lektionen und dann können wir endlich "durchstarten"...

Bestimmen / Benennen von Intervallen

Wie geht das nun mit dem Bestimmen und Benennen? Eigentlich ist es ganz einfach.
Beispiel 1:

Schauen wir uns einmal hier das folgende Notenbeispiel an:

Wir sehen hier ein a'als tiefen Ton und ein fis''als höheren Ton zu dem a'.

Der Abstand zwischen den beiden Noten ist (a', h', c'', d'', e'', fis'') also 6 - eine Sexte!
Man nimmt sich jetzt die Dur Tonleiter des unteren Tones (also in unserem Beispiel die A Dur- Tonleiter) und sucht in dieser Tonleiter den höheren Ton (also das fis'').

In der A-Dur Tonleiter gibt es das fis (wirklich?). Wir haben deshalb eine große Sexte. Man hätte vermuten können das, weil ja ein # vor dem f steht, wir den Intervall mit dem Vorsatz "übermässig" auszeichnen müssen.

Das dieses (in diesem Fall) NICHT so ist, verdanken wir also der Dur Tonleiter des A!
Beispiel 2:

Dieses Beispiel soll zeigen, das man sich auf Vorzeichen wirklich nicht verlassen kann wenn es um die Benennung von Intervallen geht... das dies aber noch nicht alles ist und man auch die Basics aus Lektion 1 noch intus haben sollte (Stichwort: vollkommene Konsonanzen) *grins* sollte man ebenfalls erkennen.

Hier sehen wir also ein h' und als höheren Ton ein Fis. Es handelt sich um eine Quinte(H, C, D, E, Fis = 5 = Quinte).

Die Frage ist nun, kommt das Fis in H-Dur vor? Weil es sich um eine stark vorzeichenbelastete Tonleiter handelt, wollen wir kurz die Tonleiter schreiben (es wäre aber besser Du würdest Sie selber herleiten können!):

H - Cis - Dis - E- Fis - Gis - Ais - H
Wir sehen also, das es das Fis in der H-Dur Tonleiter gibt und deshalb handelt es sich um eine Reine Quinte!

Wir erinnern uns noch einmal an die vollkommenen Konsonanzen die mit rein bezeichnet werden!!!
Beispiel 3:

Es wäre ja schön, wenn das jetzt schon alles war was man sich merken muß, es gibt aber auch noch weitere Möglichkeiten (wie dieses Beispiel aufzeigen soll):

Was wir hier sehen ist eine Septime(D, E, F, G, A, H, C)
Schauen wir also wieder auf die Dur Tonleiter. Diesmal die D-Dur. Kommt das C in Ihr vor? Nein.

Wie also ist dieses Intervall denn nun zu benennen?
Nun, das cis wäre eigentlich die große Septime, wir haben aber "nur" ein c.

Das c ist tiefer (einen Halbton) als das cis und liegt näher an dem d (Grundton). Es handelt sich bei diesem Beispiel deshalb um eine kleine Septime!
Beispiel 4:

Eine Art von Intervallen hatten wir in der ersten Lektion zu diesem Thema nicht angesprochen, weil genau dafür auch unbedingt die Dur -Tonleiter wichtig war zu kennen. Wir hatten nämlich gesagt, das alle nicht vollkommen konsonanze Intervalle bei Vergrößerung übermäßig, bei Verkleinerung kleinund bei nochmaliger Verkleinerung als vermindertbezeichnet werden. In diesem Beispiel wollen wir das mal klären!

Schauen wir kurz noch einmal zum Beispiel 3 und wir stellen fest, das d und c eine kleine Septime sind. Hier haben wir das d mittels des # zum dis erhöht.

Das dis liegt natürlich näher an dem c als das d. Das bedeutet, das der "Zwischenraum" wieder ein Stück kleiner geworden ist. Dieses Intervall ist deshalb 2malig verkleinert und heißt aus diesem Grund verminderte Septime!
Beispiel 5:

Bisher haben wir ein großes, ein reines, ein kleines und ein vermindertes Intervall untersucht! Was uns noch fehlt ist das übermässige. Das holen wir jetzt schnell nach!

Von welcher Tonart gehen wir hier in diesem Fall aus? Von G-Dur.

Es handelt sich also um eine Quarte. Ist das Cis in der G-Dur Tonleiter?

Wenn wir ein übermässiges Intervall suchen, dann wird es wohl nicht in der Tonleiter zu finden sein :)... und siehe da, es stimmt und das cis kommt nicht in der G-Dur Tonleiter vor!
Wir müssen also das Intervall mit dem Vorsatz übermässig bezeichnen, weil wir den Abstand der beiden Töne zueinander ja erhöhen mussten!

Wir haben eine übermässige Quarte.

Enharmonik oder Praxis und Theorie

Wir wären nicht wir selbst, wenn wir nicht mit Absicht im Beispiel 5 die Quarte ausgesucht hätten zum übermässig machen :) Dafür gibt es also einen Grund. Dieser ist ganz leicht und simpel. Die übermässige Quarte ist das Gleiche wie die verminderte Quinte und diese bezeichnet man als Tritonus(nicht zu verwechseln mit Trinitus)!

Tri für 3 und Tonus für Töne. Zusammen 3 Ganztöne unterschied zwischen den beiden Tönen!
Wie war denn nun das noch mal mit den Enharmonischen Verwechslungen? Wir erinnern uns einige Lektionen zurück und finden dann etwas über diese. Was also für Noten gilt (zum Beispiel cis/des) gilt natürlich auch für Intervalle!

Relevant in der Praxis sind nur die Kleinen, Großen und Reinen Intervalle. Die übermässigen und verminderten sind eigentlich nur theoretischer Natur. Wir können diese nämlich mittels der enharmonik sozusagen umbennen.

Ein kleines Beispiel gefällig? Ja? kein Problem, nehmen wir uns doch einfach mal eine übermässige Quinte (F - Cis).

F - Cis ist aber das Selbe (Hörtechnisch) wie F - Des und das wäre nun

keine übermässige Quinte mehr sondern eine kleine Sexte

Verminderte oder übermässige Intervalle interessieren also eigentlich nur theoretisch!

Die Ausnahme ist aber hier der Tritonus. Dieser interessiert uns sehr wohl, weil genau hier können wir nicht mittels der Enharmonik ein kleines oder reines Intervall erzielen (groß geht ja eh nicht wegen der vollkommenen Konsonaz). Es bleibt immer ein übermässiges oder ein vermindertes Intervall!

Konsonanzen / Dissonanzen / Undezime / Duodezime / Komplimentärintervalle

Ganz oft haben wir nun schon den Begriff Konsonanz gehört und wollen nun einmal ganz kurz das Gegenstück Dissonanz erwähnen.

Vollkommene Konsonanzen waren:
Prime - Quarte - Quinte - Oktave
Unvollkommene Konsonanzen sind:
Terz - Sexte - Dezime
Dissonanzen sind:
Sekunden - Septimen und alle übermässigen oder verminderten Intervalle
Preisfrage: Ist eine übermässige Quinte eine vollkommene Konsonaz oder eher eine Dissonanz?
Zu guter Letzt noch die Bemerkungen, das Konsonazen für Ruhe und Entspannung stehen, Dissonanzen (da sie das Gegenteil sind) für Schärfe und Reibung. Sie wollen sich aber in Konsonanzen auflösen (was das nun genau bedeutet lernen wir später)!

Es gibt zwei Intervalle die wir noch nicht ansprachen da sie sehr selten sind.
Undezime ist die Oktave + Quarte und die
Duodezime ist die Oktave + Quinte.
Komplimentärintervalle ergänzen einander zu einer Oktave, z.B.

die große Terz f' - a' und die kleine Sexte a' - f'' zur Oktave f' - f''.

Tip:

Üben --- Sorry!

Diese Lerngruppe zum Thema Intervalle ist wirklich wichtig. Wenn es um das weitere Verständnis von Akkorden, Tonleitern und diversen anderen schönen Stolpersteinen in der Musik und Notenlehre geht, kommt man nicht an den Intervallen vorbei! Deshalb hilft hier wirklich nur üben - üben - üben!!!

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Erstellt am 21. August 2013 von Administrator, letzte Änderung am 21. August 2013