NotenLehre

IV-1 Dur Tonleiter, Quintenzirkel (Teil I) und Vorzeichnung

Einleitung/Ausblick:

In den folgenden Lektionen befassen wir uns nur mit den Tonleitern und dem Quintenzirkel. Wir haben zwar in der Themengruppe III schon mit der Dur-Tonleiter gearbeitet und diese etwas genauer kennengelernt, wollen aber im Zuge der Vorstellung der wichtigsten (und einiger mehr oder weniger wichtigen) Tonleitern auch noch einmal einen umfassenden Blick auf die Dur-Tonleiter werfen. Das machen wir in dieser Lektion. In der nächsten wird dann die Moll Tonleiter behandelt und so wollen wir uns von Tonleiter zu Tonleiter hangeln.

Am Ende der Lektionen der Themengruppe IV werden wir diverse unterschiedliche Tonleiter kennengelernt haben und können uns dann mit dem Wissen der Intervalle und den Kenntnissen über die Tonleitern an das spannende Thema Akkordbildung machen. Das ist aber ein noch etwas längerer Weg den wir da zu beschreiten haben und deshalb fangen wir gleich mal an mit dem loslaufen...
Dieser Bereich unsereres Workshops ist etwas detaillierter dargestellt als das was wir bisher gewohnt waren. Das liegt zum einen daran, das wir uns schon etwas tiefer in der Materie befinden und zum Anderen aber auch daran, das man diesen Bereich nicht so einfach abhandeln kann weil er dafür einfach zu wichtig ist!

Bildung der Dur Tonleiter

Wir bilden eine Dur Tonleiter mit Hilfe von vorgegebenen Ganz- und Halbtonschritten. Die Halbtonschritte (und da besonders der Ort an dem die Halbtonschritte gemacht werden) sind das Geheimnis einer jeden Tonleiter!

Bei der Dur Tonleiter befinden sich die Halbtonschritte zwischen der 3. und 4. sowie zwischen der 7. und 8. Stufe der Tonleiter.

Wir nehmen uns also einen beliebigen Grundton! Nun gehen wir einen Ganztonschritt weiter und erhalten den 2. Ton der Tonleiter. Nach einem weiteren Ganztonschritt (3. Ton gefunden) gehen wir einen Halbtonschritt weiter nach oben und finden den 4. Ton der Leiter! Wenn wir nun nochmals einen Ganztonschritt höher gehen haben wir den 5ten Ton gefunden. Da der nächste Halbtonschritt zwischen Ton 7 und 8 erfolgt überspringen wir jetzt die Ganztonschritte die zu den Tönen 6 und 7 führen und gehen gleich zu dem Halbtonschritt von Ton 7 zu Ton 8. Wir haben jetzt 8 Töne in der Tonleiter und damit eine Oktave (fangen wir bei c' an hören wir so bei c'' auf, fangen wir bei E an hören wir bei e auf)!
Der Klang der Durtonleiter ist fröhlich und eine Dur Tonleiter erstreckt sich über 8 Töne mit den oben benannten Halbtonschritten!

Einige Dur Tonleitern im Bild

Die Bilder sind genau aneinander ausgerichtet. Deshalb sollte uns auch im ersten Bild ganz oben die Angabe der Halbtonschritte reichen. Auf allen folgenden Bildern sind die Halbtonschritte an der selben Stelle zu finden!
C- Dur:

D- Dur:

E- Dur:

F- Dur:

G- Dur:

A- Dur:

H- Dur:

Das man auch Dur Tonleitern mit "ungeraden" Tönen (wie z.B. As oder Des) anfangen kann, könnte das Bild der folgenden Tonleiter zeigen:
Es- Dur:

Wieviele Dur Tonleitern können wir denn nun insgesamt bilden? 12

Warum das so ist, könnte vielleicht der Quintenzirkel zeigen

Der Quintenzirkel

Mit dem Quintenzirkel können wir die "Verwandschaftsbeziehungen" der unterschiedlichen Tonarten darstellen. Wirklich behandeln tun wir das jetzt nicht, den uns geht es primär heute um die Dur Tonleiter, aber am Ende dieses Themenbereiches hat das jeder verstanden :)

Wir wollen versuchen zu verstehen wie man auf einen Quintenzirkel kommt. Dazu zerlegen wir doch einfach mal das Wort in 2 Worte - Quinte und Zirkel. Quinte sollte jetzt ein geläufiger begriff sein (letzte Themengruppe) und mit einem Zirkel malt man einen Kreis (unter anderem).

Nimmt man sich nun einen x-beliebigen Anfangston (wir machen das mal mit dem C) und geht dann in Quintintervallen von dem gewählten Anfangston in beide Richtungen jeweils 6 Quintintervalle weg, gelangt man beim 6. Intervallschritt an eine enharmonische Verwechslung (in unseren Beispielbildern fis/ges):
Vom C in Quintintervallen nach oben:

Vom C in Quintintervallen nach unten:

[quintenzirkel_2]

Wenn wir uns also in Quintenschritten in beide Richtungen von einem gemeinsamen Ausgangspunkt fortbewegen und an einem Punkt der Fortbewegung den eigentlich identischen Ton erhalten (der Endpunkt also gleich ist), dann können wir doch auch Ausgangs- und Endpunkte miteinander verbinden, oder nicht?

Wir sollten dann der Logik nach einen Kreis erhalten. Und genau das tun wir auch...!

Wir können nun noch ergänzend folgende Behauptung aufstellen:

Je weiter 2 Harmonien voeinander entfernt sind, desto weniger passen sie zusammen. Je näher sie aber beieinander liegen desto größer ist das Verwandschaftsverhältnis. Besonders wichtig sind die Tonarten, die nebeneinander zu finden sind (also zb. für C Dur: F Dur und G Dur) (Das Wissen benötigt man in der Harmonielehre - und die wird uns auch noch in diesem Workshop begegnen!).

Vorzeichnung (globale Vorzeichen):

Unser Quintenzirkel ist noch etwas leer und unausgefüllt. Wir wollen das jetzt auch noch gar nicht groß ändern, was wir aber noch zeigen wollen ist der Zusammenhang zwischen globalen Vorzeichen und Tonleitern und deren Bedeutung für die Tonart in der z.B. ein Lied geschrieben ist.

Wir können nämlich anhand der globalen Vorzeichen (das sind die, die am Anfang eines Liedes oder Taktes stehen und nicht vor einzelnen Noten innerhalb eines Taktes und deshalb global gelten. Vorzeichen vor einer Note gelten ja nur einen Takt lang und nicht länger!).
Die Tonart legt die Vorzeichnung, den Grundton und die harmonischen Verhältnisse in einem Lied fest. Das kann man auch andersherum sagen. Die Vorzeichnung legt den Grundton fest und damit auch die Tonart! Mit unserem Quintenzirkel als Ausgangspunkt können wir das ganz hübsch darstellen:

Wir können also schon allein an der Vorzeichenart erkennen, um welche Tonleiter es sich handelt, die einem Lied zu Grunde liegt!
Selbstverständlich kann trotz dieser Vorzeichnung, die ja global gilt, eine x-beliebige Note in einem Lied, per Vorzeichen für einen Ton oder einen Takt alteriert werden!

Tip:

Tonleitern gehören zum Standard-Wissen in der Notenlehre, learning by doing!

Merken sollten wir uns unbedingt den Ort der Halbtonschritte in der Dur Tonleiter!!!

Da wir ja hier einen Workshop haben und nicht alles fertig einem "vorsetzen" möchten, haben wir auf die Beschriftung mit Notennamen bewusst verzichtet. Das nämlich sollte nun jeder selber können :)
Was den Quintenzirkel angeht, der wird uns noch häufig und modifiziert über den Weg laufen. Er ist für jeden der mal komponieren möchte ein unverzichtbares Hilfsmittel!

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Erstellt am 21. August 2013 von Administrator, letzte Änderung am 21. August 2013