NotenLehre

IV-4 Die 7 Modi der Dur-Tonleiter

Einleitung/Ausblick:

Heute kümmern wir uns nur ganz kurz noch um ein paar weitere Tonleitern.

Die wichtigsten sind ja schon behandelt worden, es gibt aber noch einige die auch nicht ganz unwichtig sind und die schauen wir uns nun an.

Modale Tonleiter

Neben den Dur- und Molltonleitern, gibt es noch andere wichtige Skalen. Da haben wir die sogenannten modalen Tonleitern oder auch kurz Modi genannt. Andere kennen diese Tonleitern unter dem Begriff Kirchentonleiter.
Am bekanntesten sind hier die Modi der Durtonleiter. Es können aber selbstverständlich von jeder x-beliebigen Skala Modi gebildet werden!
Wie bildet man nun eine Modale Tonleiter?

Nun, wir nehmen uns die "Ausgangstonleiter" (in unseren folgenden Beispielen immer c') und gehen vom Ausgangston bis zu seiner Oktave nach oben (von c' nach c'' oder von e' nach e'' zum Beispiel). Die einzelnen Modi werden dann nach individuellen Schemata erstellt (jedes Modi hat eine eigene, bestimmte Abfolge von Intervallen und dann auch seine eigene Klangcharakteristik).
Wie bei den bisher bekannten Tonleitern kann diese Intervallfolge auch auf alle anderen "Anfangstöne" angewandt werden.

Modale Tonleitern sind besonders in der Improvisation wichtig! Wir schauen uns in den Grafiken die Dur Modifikationen mit Ihren jeweiligen Bezeichnungen an.

Dur Modi

ionisch (= Durtonleiter)

dorisch

In seiner Intervallstruktur entspricht der dorische Modus der natürlichen Molltonleiter mit erhöhter sechster Stufe. Dadurch hat diese Toinleiter einen etwas stärkeren Dur Klang. Dorisch ist der zweite Modus der Dur-Tonleiter und wird in der Regel als Tonleiter über einen Moll-Sept-Akkord der zweiten Stufe verwendet (für die unter uns, die schon etwas mehr wissen).

phrygisch

Hier haben wir die Intervallstruktur einer natürlichen Molltonleiter mit einer erniedrigten zweiten Stufe. Durch den Halbtonschritt zwischen Tonika und zweiter Stufe, haben wir einen etwas ungewöhnlicheren Klang für unser Gehörempfinden. Der Sound ist eher exotisch eingefärbt. Daher wohl auch üblich in der Flamenco Musik und (ja man höre und staune) bei Heavy Metal Akkordfolgen. Phrygisch ist der dritte Modus der Dur- Tonleiter.

lydisch

Der lydische Modus entspricht in seiner Intervallstruktur der Dur-Tonleiter mit erhöhter vierter Stufe. Die "Klassiker" unter uns werden den Sound aus dem späten 19 Jahrhundert kennen, den dort wurde die erhöhte vierte Stufe besonders gerne von impressionistischen Komponisten verwendet. Heute wird er im modernen Jazz (z.B. Steve Vai) wieder auzfgenommen. Lydisch ist der vierte Modus der Dur-Tonleiter.

mixolydisch

Hier haben wir einen der bekanntesten aller Modi (mit Ausnahme von ionisch und äolisch) und den fünften Modus der Dur-Tonleiter. Der Sept-Akkord, den die Töne des mixolydischen Modi bilden, ist ein Dominant-Sept-Akkord. Dieser Akkord wird häufig im Blues verwendet. In seiner Intervallstruktur entspricht er einer Dur-Tonleiter mit einer erniedrigten siebten Stufe. Er hat einen Dur-Klang, klingt aber etwas dunkler als die normale Dur-Tonleiter.

äolisch

Dieser Modi sollte sich eingeprägt haben (unbedingt!). Es handelt sich hierbei nämlich um die natürlich Moll Tonleiter.

Äolisch ist die sechste Stufe der Dur-Tonleiter.

locrisch

Hier haben wir den letzten der 7 Modi der Dur-Tonleiter. Seine Intervallstruktur entspricht der natürlichen Molltonleiter mit einer erniedrigten zweiten und einer erniedrigten fünften Stufe. Er wird aufgrund seiner Klangfärbung (kein Ruhepunkt im Tonika Akkord, sondern ein Tritonus [erniedrigte 5. oder erhöhte 4. Stufe])) nicht von vielen Komponisten verwendet. Eine Möglichkeit des Einsatzes dieses Modi ist aber bei Heavy Metal Akkordfolgen in E, die einen F-Akkord und einen Bb-Akkord haben.

 

Dieser Themenbereich ist fertig!

Ja, mit den Modi schliessen wir den Themenbereich der Tonleitern, für diesen Workshop, ab.

Die nötigen Informationen zum Bilden von Tonleitern (welche Ihr hier in den Lektionen kennengelernt habt) sollten nun Euch die Möglichkeit geben selber Tonleitern zu bilden.

Anhand der Modi könnt Ihr dann auch schon Tonleitern für bestimmte Musikarten zur Improvisation nutzen. Welche Tonleiter nun für welchen Bereich der Musik besonders wichtig ist und welche Tonleitern man in bestimmten Musikrichtungen zum Improvisieren nutzt, ist natürlich nicht einfach und mal eben so zu erklären. Wir wollten uns aber bemühen mit diesem Themenbereich der Tonleitern Euch das Rüstzeug an die Hand zu legen um selber tiefer in die Materie der Improvisation einsteigen zu können. Hier sprengt es dann nur den Umfang des Workshops, der für Anfänger ausgelegt ist (und sicher Improvisieren können in der Regel Anfänger nicht so gut)...
Wir hoffen, das Ihr wieder etwas lernen konntet und freuen uns auf die nächsten Lektionen. Dann geht es um die Akkorde. Wie bildet man sie, wie bennent man sie und welche passen zusammen, welche nicht, usw...

Ein breites Themenfeld also, welches uns bisher ja noch komplett fehlt. Bis dahin wünschen wir Euch aber alles Gute und hoffen, das Ihr fleissig und weiterhin der Musik treu bleibt.
Bis bald dann...
Chris und Sebastian

Navigation, Inhalt
Keine Unterkapitel.
Kommentare

Sie möchten einen Kommentar abgeben? Melden Sie sich an und beteiligen Sie sich!

Erstellt am 21. August 2013 von Administrator, letzte Änderung am 21. August 2013