*Gospel und Spirituals* sind in vielen kirchlichen wie weltlichen Chören im Laufe der letzten Jahre selbstverständliches Repertoire geworden. Das, was aber *Black Gospel* ausmacht, ist die Energie, die sich einerseits in Stimme und Bewegung des ganzen Körpers und andererseits im spirituellen Ausdruck des Inhaltes zeigt. Viele Chorleiter stehen vor dem Problem, wie diese Musik mit all ihren Besonderheiten vermittelt und dirigiert werden kann.
Aus diesem Grunde bietet die /Gospel Academy Krefeld/ eine Chorleiterfortbildung speziell für Black Gospel an. An diesem Wochenende erhalten die Teilnehmer Einblicke in die - zum klassischen Gesang durchaus unterschiedliche - Art des Singens, haben aber auch Gelegenheit, selbst die freiere Dirigiersprache auszuprobieren. Darüber hinaus stehen die Übungen zur Vermittlung von Bewegung und Stimmbildung, Zusammenarbeit mit Pianist und Band sowie die Entwicklung der Gospel-Musik im Vordergrund. Der Kurs ist mit 10 bis 12 Personen klein genug, dass jeder ausprobieren und üben kann.
_Vorbereitung_
Zur Vorbereitung erhalten die Teilnehmer Noten- und Tonmaterial der einzelnen Stücke vorab.
3 Stücke sind so vorzubereiten, dass sie auswendig(!) beherrscht und in der eigenen Stimmlage gesungen werden können (sehr wichtig).
_Inhalt_
_FREITAGABEND_ (18.00 Uhr bis ca. 21.00 Uhr)
Eine der wichtigsten Grundlagen dieses Workshops ist, den für Black Gospel typischen Gesangsstil anhand von Methoden zur Stimmbildung selbst zu erfahren. Im Vergleich zum "klassischen Chorgesang", bei dem häufig die Wertschätzung des Textes zugunsten eines homogenen Chorklanges in den Hintergrund tritt (der individuelle, stimmliche Ausdruck eines jeden Sängers ist hier nicht so sehr gefragt, sondern ordnet sich diesem Chorklang unter), ist das Werteverhältnis beim Chorgesang des "Black Gospel" genau umgekehrt: Dadurch, dass der Text - eindeutig im Vordergrund stehend - eher "gerufen" wird (größere dynamische Bandbreite), ergibt sich eine ganz neue "Singtechnik". Der "neue Stimmsitz" ermöglicht uns, z.B. durch den Einsatz einer gleichmäßig pendelnden Chor-Bewegung, den Rhythmus eines Liedes neu zu erfahren und stimmlich besser umsetzten zu können. Der ganze Körper wird noch einmal mehr zum Instrument " nicht nur klanglich, sondern auch rhythmisch! Es entsteht nicht nur ein neuer Chorklang, sondern vielmehr eine Chorenergie (klangliche Dynamik, betonte rhythmische Umsetzung, Chorbewegung) geprägt durch den _unbedingt erforderlichen_ persönlichen Einsatz eines jeden Sängers. Es werden praktische Körper- und Einsingübungen vorgestellt.
_SAMSTAG_ (10.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr)
Schwerpunkt dieses Tages ist die Umsetzung einer "freieren Dirigiertechnik". Eine musikalische Ausdrucksform des Black Gospels ist sicherlich gekennzeichnet durch große rhythmische Vielfalt (off-beat). Spätestens hier stehen wir vor nicht lösbaren Problemen, diese Musik einzig und allein mit klassischem Dirigat vermitteln zu wollen. Schnelles Tempo allerdings ist nur ein kleiner Aspekt, der für einen freieren Stil des Dirigierens spricht. Da diese Musik vom Chor ausschließlich auswendig gesungen wird, häufig durch rhythmische Bewegung des Chores auch das Tempo schon vorgegeben ist, eröffnen sich für den Chorleiter viele neue Möglichkeiten der musikalischen Interpretation. Ein weiterer, neuer Punkt des Workshops wird sicherlich sein die eigene Koordinierung des Dirigierens und gleichzeitige Animation des Chores zu einheitlichem Klatschen und gleichförmiger Bewegung.
_SONNTAGVORMITTAG_ (10.00 Uhr bis 13.00 Uhr)
An diesem Vormittag besteht die Möglichkeit des Austausches: Fragen zum Repertoire (Internet, Verlage, etc.), inhaltliche Umsetzung, Einsatz von "nur" Klavierbegleitung oder Bandbegleitung, Rolle des Chorleiters oder auch der Solisten, rechtliche Absicherung bei Konzerten oder CD-Aufnahmen etc.
Web: http://www.gospelacademy.com
Kontakt: info@gospelacademy.com