Blind Willie Johnson

Blind Willie Johnson gehört zu den "street gospel singers" oder guitar evangelists. Er wurde am 20.2.1902 (andere Angaben: um 1900 und 1890) in Marlin/Texas geboren und wuchs in der Nähe von Temple/Texas auf. Er erblindete als 7jähriger als seine Stiefmutter ihm Vitriol ins Gesicht schüttete, welches eigentlich seinen Vater treffen sollte.

Von Jugend an sang er an Straßenecken kleinerer texanischer Städte religiöse Lieder und bettelte um Geld. Zwischen 1927 und 1930 nahm er dreißig Songs für Columbia auf und sowohl sein Gitarrenspiel als auch sein rauer "low" Bass sind bemerkenswert, teilweise spielte Johnson Bottleneck. Seine Frau Angeline (Herzhaft: Adelaide) begleitet ihn auf einigen Einspielungen als Sängerin.

Bekannte Aufnahmen sind "Jesus Make Up My Dying Bed", "Nobody's Fault But Mine", "If I Had My Way", "Motherless Child", "Let Your Light Shine On Me" und "Cold Was The Ground", ein Song über die Kreuzigung Jesu. Johnson sang und bettelte bis sein Haus niederbrannte und er als Folge davon an einer Lungenentzündung erkrankte und 1947 (andere Angabe: 1949) in Beaumont/Texas verstarb. Angeblich verweigerte das örtlichen Krankenhaus ihn aufzunehmen, "da seine Erblindung unheilbar sei".

LPs: "The Gospel Sound", CBS 67234, 1972 und "The Gospel Sound, Vol. 2", CBS M 67280, 1972 sowie die CD "Preaching The Gospel - Holy Blues", Columbia 4678902, 1991 (siehe CD-Kritik). Die CD-Box "The Complete Recordings of Blind Willie Johnson" auf CBS/Sony enthält alle seine Aufnahmen.

Johnsons Leben wird in Wim Wenders Film "The Soul Of A Man" beschrieben. Außer Johnson geht Wenders in dieser Dokumentation auf die Bluessänger Skip James und J. B. Lenoir ein.

Die Informationen entstammen einem Posting von Gwen Blackman (thanks Gwen!) und wurden durch weitere Informationen von Tony Heilbut, Gerard Herzhaft und Ray Funk ergänzt.

Bernd Grimmel

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