Detroit

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Aus der frühen Gospelmusikepoche der "Motor City" sind lediglich Quartette bekannt, die auf kleineren Labels ihre Songs veröffentlichten.

Von überregionaler Bedeutung waren die Flying Clouds und die Evangelist Singers. Die Flying Clouds wurden 1929 gegründet und nahmen 1946 ihre erste Schallplatte auf. Detroits bekanntestes Quartett sind jedoch die Violinaires, 1952 gegründet und rasch an Bedeutung gewinnend. Mit Isaiah "Little Shot" Jones (1998 verstorben), Wilson DeShields und Leon Conley besaßen sie bemerkenswerte Sänger. Robert Blair kam in den frühen 60er Jahren zu den Violinaires und wurde zur herausragenden Figur der Gruppe. Die Violinaires zeichnen sich durch harte Leadpartien und extrem hohen Falsetto-Backgroundgesang aus und zählen zu den progressiven einflußreichen Quartetten. Robert Blair verstarb 2001, die Violinaires sind jedoch weiterhin aktiv und mit "Lil' Blair and the New Violinaires" hat sich eine zusätzliche Gruppe formiert, die den Sound des ursprünglichen Ensembles fortführt.

Auch Atlantic-Soulstar Wilson Pickett ist ein ehemaliges Mitglied. Zu den modernen Männerformationen zählt die Rance Allen Group und auch Allen haftet zwischenzeitlich das Image einer Legende an. Die Rance Allen Group wurde als Trio gegründet und leitete in den frühen 70er Jahren zum modernen Contemporarysound über. Innerhalb der Frauengruppen müssen die Meditation Singers erwähnt werden. Sie sind quasi die Antwort der Motorstadt auf die Ensembles aus Chicago und Philadelphia und diesen ebenbürtig. Ernestine Rundless führte die Meditations über mehrere Jahrzehnte, James Cleveland begleitete sie zeitweise als Pianist und Della Reese war eines ihrer frühen Mitglieder. Inwieweit die Meditations, die Flying Clouds und die Violinaires Einfluß auf den kommerziellen Motownsound hatten bleibt spekulativ.

Aretha Franklin stammt aus Detroit und ihr Vater, Rev. C.L. Franklin, der bekannteste Prediger der Stadt, hat unzählige Sermons auf Schallplatten aufgenommen. Sammy Bryant war Mitglied von Franklins Kirche und ihr Ruf als Sängerin war groß. Sister Wynona Carr war als Zwanzigjährige nach Detroit gekommen und leitete den Chor in Franklins Kirche; Carr gehörte zu den herausragenden Sängerinnen des Specialty-Labels. Von den älteren Solistinnen müssen Ester Smith und die verstorbene Mattie Moss Clark erwähnt werden. Die Mutter der Clark Sisters zählt zu den legendären Gospelinterpretinnen und ihre Töchter Karen Clark-Sheard, Dorinda Clark-Cole, Twinkie Clark-Terrell und Jackie Clark-Chisholm gehören zu den Stars von heute. So waren es die Clark Sisters, die als weitere einflußreiche Frauengruppe, nach den Meditation Singers, Detroits Bedeutung im Frauengruppengesang untermauerten. Die Clark Sisters stehen für traditionelle und gleichzeitig progressive Arrangements. Auch Vanessa Bell Armstrong, eine der großen zeitgenössischen Solistinnen, lebt in Detroit.

Unbedingt erwähnt werden müssen die Winans. Zunächst traten sie als Familienensemble auf, um später in unterschiedlichen Kombinationen, vom Quartett über Duo bis hin zu einzelsolistischen Auftritten die derzeitige Contemporaryszene maßgeblich zu beeinflussen: Allen voran Pop Winans, BeBe Winans, CeCe Winans und Vickie Winans. Die Winans gehören zu den bekanntesten Wegbereitern des Contemporary.

Die Liste weiterer moderner Interpreten Detroits liest sich wie ein "Who is Who" der zeitgenössischen Gospelmusik: Es finden sich die Frauengruppen Ramiyah und Rizen, die Sänger Byron Cage und Deitrick Haddon, Commissioned und nicht zuletzt "Superstar" Fred Hammond. Innerhalb der Chorszene war es James Cleveland, der mit den Voices of Tabernacle um 1960 seine ersten Choraufnahmen machte und es muß an Charles Nicks und den früh verstorbenen, allseits geachteten Thomas Whitfield erinnert werden.

Detroit hat eine sehr lebendige und moderne Gospelszene und ich war beim Recherchieren über die Zahl der Interpreten überrascht, die derzeit in "Motown" leben, dort zu Hause waren oder ihre Karriere starteten.

Bereitgestellt von Bernd Grimmel

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