Harlem

Harlem hat zwar in der Weiterentwicklung des Jazz eine erhebliche Rolle gespielt, der Beitrag Harlems und New Yorks zur Gospelmusik war jedoch eher gering. Dies verwundert, da viele Immigranten aus den Oststaaten nach New York übersiedelten und gerade in North und South Carolina, Virginia und Georgia Quartettgesang populär und weitentwickelt war. Harlem war eines der Viertel in den USA mit dem höchsten Anteil an Afroamerikanern und verfügt über eine unüberschaubare Menge großer als auch "street front" Kirchen.

New Yorks bedeutendstes altes Quartett waren die Brooklyn All Stars, auch die Mighty Clouds of Harmony, ein in den sechziger Jahren bedeutendes Quartett mit Falsetto-Background, stammen aus New York. Von den modernen Quartettsängern muss Keith "Wonderboy" Johnson erwähnt werden und auch die Holmes Brothers, neben Blues und R&B Gospels interpretierend, sind in New York beheimatet.

Von den alten bekannten Sängerinnen lebt Marie Knight hier und bekannt war der Washington Temple, in Brooklyn gelegen. Dieser Kirche stand der Ehemann von Ernestine Washington vor. Weitere alte Chöre sind der Harlem Christian Tabernacle Choir und der Institutional Church Of God In Christ Choir. Auch die Robert Patterson Singers kamen aus New York.

Von den neueren und "contemporary" Interpreten müssen Isaac Douglas, Donnie McClurkin und der New York Restoration Choir sowie der eher traditionell orientierte Billy Robinson, Timothy Wright und Hezekiah Walker genannt werden.

Zusammenfassend scheint New York von Gospelinterpreten mehr als Möglichkeit zu Studioaufnahmen und Auftritten in Clubs und Theatern genutzt worden zu sein und in diesem Zusasmmenhang darf das berühmte Apollo Theatre nicht unerwähnt bleiben. Auch Langston Hughes Black Nativity wurde wie andere Gospelmusicals zunächst am Broadway erfolgreich aufgeführt.

Die Assoziation an unbändige schwarze Musikalität, die der Name "Harlem" in Deutschland und Europa auslöst, trifft weniger auf die Gospelmusik zu und Ensembles, die sich mit diesem Etikett schmücken verfolgen im Regelfall kommerzielle Interessen.

Bernd Grimmel

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