James Cleveland
Reverend James Cleveland (5.12.1931 / Chicago, Ill. - 9.2.1991 / Culver City, CA) ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten der schwarzen Gospelmusik. Zu Hause war er in Chicago, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, sang als Junge im Chor der Pilgrim Baptist Church, deren musikalischer Direktor Thomas A. Dorsey war und schaute sich von Roberta Martin das Klavierspielen ab. Unterstütze wurde er von Sallie Martin und beinflußt durch sein Idol Myrtle Scott sowie durch Eugene Smith, Robert Anderson und die Roberta Martin Singers.
Erste Auftritte hatte er mit Imogene Greene, fiel als begabter Pianist auf und begann 1950 zusammen mit Bessie Folk und Norsalus McKissick als "Gospelaires" bei Apollo (nicht identisch mit der Dayton-Gruppe). Weitere Aufnahmen folgten 1953, ebenfalls auf Apollo, mit den Gospel All Stars, der auch Imogene Greene angehörte. 1954 war er der Pianist der Caravans und sang die Leadparts mehrerer Songs, auch zusammen mit Albertina Walker. Auf den Caravans-Aufnahmen von 1958 ist er nicht mehr dabei, begleitete Albertina Walker allerdings erneut 1967. 1959 begleitet James Cleveland Detroits Meditation Singers am Piano. In Detroit folgten 1959 Aufnahmen mit den Voices of Tabernacle, einem großen Chor, geleitet von Rev. Charles Ashley Craig, dem u.a. Louise McCord, Hulah Gene Dunklin Hurley und der Organist Alfred Bolden angehörten .
Mit den Voices of Tabernacle spielte er erste Aufnahmen unter eigenem Namen auf HOB ein und gleichzeitig nahm er mit den Gospel Chimes auf, zu denen Jessy Dixon und wiederum Imogene Greene und Alfred Bolden gehörten, 1960 waren es nochmals die All Stars und 1962 der Angelic Choir. Mit diesem Chor entstanden in kurzer Zeit fünf Alben und das sechste Album "Peace Be Still", wurde so erfolgreich, daß es über 800 000 mal verkauft werden konnte. So landete er 1963 seinen ersten großen Hit. Bereits 1960 war er zu Savoy gewechselt und dieses Label brachte nun jährlich mehrere Alben mit ihm heraus. Zunächst waren dies Aufnahmen mit den Voices of Tabernacle, dem Angelic Choir, den Cleveland Singers und dem Walter Artis Chorale. 1969 gründete er den Southern California Community Choir.
Cleveland hat unzählige Aufnahmen gemacht, viele Songs komponiert und arrangiert und wegen seiner manchmal simplen Texte und Reime wurde er abwertend als "Knife and Fork King" bezeichnet. James Cleveland arbeitete mit vielen verschiedenen Chören u.a. mit dem New Jersey Mass Choir, dem Philadelphia Mass Choir, den Charles Fold Singers, Salem Inspirational Choir, Greater Metropolitan Church Of Christ Choir, Metro Mass Choir, Voices of Watts, New Jerusalem Mass Choir und Harold Smith & Majestic Choir, wichtigster Chor bleibt jedoch für ihn der Southern California Community Choir. Mit dieserm Chor begleitete er Aretha Franklin 1972 auf ihrem "Amazing Grace"-Album.
Cleveland ist Gründer des GMWA (Gospel Musical Workshop of America) und beeinflußte somit die gesamte Szene der letzten Jahrzehnte nachhaltig.
Weitere bekannte Songs aus seinem umfangreichen Repertoire sind: "Get Right Church", "Just When I Need Him Most", God Can Do Anything But Fail", There Is No Greater Love", "Meeting Tonight", Something Got A Hold On Me", Lord Do It", " I Know It Was The Blood", "I Don't Feel Noways Tired", " Lord Help Me To Hold Out", "Jesus Is The Best Thing That Ever Happened To Me", "The Love Of God" und "Can't Nobody Do Me Like Jesus".
Von den Sängern und Sängerinnen, die ihre Karrieren - zumindest teilweise - James Cleveland und der GMWA zu verdanken haben, sollen Aretha Franklin, Jessy Dixon, Daryl Coley, Kurt Carr und Donald Vails genannt werden.
Quellen: Heilbut; Hayes & Laughton
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