Julius "June" Cheeks

Rev. Julius "June" Cheeks (7.8.1929 / Spartanburg, S.C. - 27.1.1981 / Miami) wird oft als "the baddest man on the road" bezeichnet und hat eine unverwechselbare Stimme. Cheeks zählt zu den "hard leads". In späteren Jahren wurde seine Stimme rauh und brüchig, ohne jedoch von ihrer gesamten Ausdruckskraft einzubüßen.

Cheeks wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Zunächst sang er in lokalen Quartetten, u.a. bei den Baronets und arbeitete auf den Baumwollfeldern und Tankstellen seiner Umgebung. Cheeks wird nachgesagt, dass er sich mit Lesen und Schreiben schwer getan haben soll, da er nach der zweiten Klasse die Schule verlassen mußte, um für den Familienunterhalt mit zu sorgen. 1946 reorganisierte er mit Barney Parks, Ben Joiner, Carl Coates und Joseph "JoJo" Wallace die Sensational Nightingales und wurde schnell zu einem der bekanntesten Leadsänger im "quartet". Klassiker aus seiner Zeit mit den "Gales" sind "Morning Train", "Burying Ground", "Somewhere To Lay My Head" und "Standing At The Judgement". 1954 war er für kurze Zeit Mitglied der Soul Stirrers, weil er gezwungen war, in dieser erfolgreicheren Gruppe Geld für seine Familie zu verdienen. Mit den Stirrers und Sam Cooke hat er lediglich den Titel "All Right Now" eingespielt und ging wieder zu den Nightingales zurück.

Julius Cheeks ist auch einer der dynamischsten "showmen" im Gospelgesang. Seine große spirituelle Energie, sein Shouting, sein Tanzen und von der Bühne ins Publikum Springen sind berühmt. Cheeks beeinflußte eine ganze Generation von Leadsängern, erwähnt werden muß Joe Ligon von den Mighty Clouds of Joy aber auch Soulsänger wie Wilson Pickett. 1960 verließ er die Nightingales und gründete die Four Knights, die bis 1975 bestanden. Einige seiner schönsten Aufnahmen sind mit dieser Gruppe entstanden, Cheeks mit rauhem, harten Bariton und die Knights im Falsetto singend: "Somewhere Around God's Throne", "How Far Is Heaven" oder "Like A Tramp On The Street". Laut Minister Donnie Addison sang Cheeks ferner Mitte bis Ende der 60er Jahre auch beim Swanee Quintet; diskographische Belege hierzu sind nicht vorhanden.

Cheeks war ferner ein großartiger "story teller", ein Erzähler rührendender Geschichten und Einleitungen zu seinen Songs und wer die Aufnahmen der LP "How Far Is Heaven" (Savoy/Savgos 5014) kennt, weiß von diesen Qualitäten. In späteren Jahren entstanden noch weitere Veröffentlichungen mit Familiengruppen, Ensembles und Chören.

Ein Teil der Four Knights existiert bis heute unter der Leitung von Cheeks "rechter Hand", George Mc Allister, nennt sich "The D.C. Knights". Diese Gruppe trägt somit den typischen Sound der alten Knights weiter.

Cheeks war engagagiert in der Bürgerrechtsbewegung und haßte den Süden. Er soll testamentarisch verfügt haben, nicht südlicher als die Fourteenth Bridge in Baltimore, Md. beerdigt werden zu dürfen. Dazu gibt es allerdings zwei sich widersprechende Informationen, denn einmal soll er in South Carolina seine letzte Ruhestätte gefunden haben und das andere Mal in Newark beerdigt worden sein (??).

Quelle: Tony Heilbut

Bernd Grimmel

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