Los Angeles
Los Angeles dürfte neben Chicago die wichtigste Gospelhochburg der Vereinigten Staaten sein und hat die "Windy City" zwischenzeitlich vom ersten Rang verdrängt. Offenbar war es das liberalere "Klima" Kaliforniens, das viele Schwarze bewog, L.A. Chicago oder Detroit vorzuziehen. Bemerkenswert ist ferner, dass viele Gospelsänger aus Los Angeles ihre familiären Wurzeln in Texas haben.
Ein Überblick über die Szene in Los Angeles ist schwierig und kann kaum umfassend dargestellt werden. Bereits in den 40er Jahren fällt auf, dass einige Gospelgrößen, zum Teil aus Chicago kommend, nach L.A. übersiedelten und auch wichtige Quartette sich hier gründeten. Los Angeles zeichnet ferner für erste bedeutende große Chöre.
Von den bekannten Sängerinnen, die Los Angeles zu ihrer Heimat machten, sei Doris Akers erwähnt, die 1945 nach L.A. verzog. Auch Sallie Martin kam 1948 in die Stadt und brachte ihre Tochter Cora Martin mit, die 2005 in Los Angeles verstarb. Auch Annette May und Charles May, Kinder von Brother Joe May machten Los Angeles zu ihrer neuen Heimat, Charles ist zwischenzeitlich verstorben aber Annette lebt noch immer hier.
Die Quartettszene wurde von Einwanderern aus Texas maßgeblich beeinflusst und Mitte der 40er Jahre gründeten sich z.B. die Pilgrim Travelers. Auch die Chosen Gospel Singers sind den gleichen Weg gegangen und so ist es nicht verwunderlich, dass Lou Rawls zunächst Mitglied der Chosens und dann der Travelers hier 2006 verstarb. auch George McCurn ist 1985 in der STadt verstorben. Willmer "Little Axe" Broadnax stammte aus Texas, ging mit seinem Bruder nach L.A. und gründete die Golden Echoes, denen auch der spätere Soul Stirrers Paul Foster angehörte. Ferner stammen die Familien der Mighty Clouds of Joy aus Texas und die Clouds selbst formierten sich in Los Angeles. Meines Wissens lebt Joe Ligon dort und sein Vorgängerkonkurrent "Big" Henry Johnson lebte ebenfalls in dieser kalifornischen Metropole. Von den Frauengruppen sei an Andrews Gospel Singers erinnert, aber auch einige Mitglieder der späteren Ward Singers, z. B. Alice Houston lebt in Los Angeles.
Prince Dixon war hier zuhause, ebenso Billy Preston, James Cleveland verstarb hier 1991 und hat mit seinem Southern California Community Choir viele Aufnahmen einspielte.
Zwei der bedeutendsten alten Chöre entstammen Los Angles. Prof. Earle Hines arbeitete mit dem berühmten St. Paul Baptist Church Choir of Los Angeles zusammen und wurde hier berühmt. Vermutlich inspirierte er Sallie Martin 1948 für einige Zeit die Direktion des Chores zu übernehmen und Tochter Cora Martin wurde Solistin. Der zweite berühmte Choir waren die Voices of Victory oder auch Victory Baptist Choir genannt. Beide Chöre gehören zu den Wegbereitern der schwarzen Chorszene.
Heute ist Los Angeles vor allem durch Edwin Hawkins und seinen Bruder Walter Hawkins bekannt und auch der Rest der Hawkins-Familie dürfte in Los Angeles zuhause sein. Der Begründer des Contemporary Black Gospels, Andrae Crouch und seine Zwillingsschwester Sandra Crouch wurden 1942 in Los Angeles geboren und ihr Vater stand dort einer Kirche vor. Von den zeitgenössischen Gospelmusikern. die hier leben, sei noch Ron Kenoly erwähnt.
Im Shrine Auditorium von Los Angeles fanden im Februar und März 1955 berühmte Konzerte statt und die dort entstandenen Liveaufnahmen haben als "Shrine Concert" Geschichte geschrieben.
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