Robe
Robe:
- elegantes (langes) Kleid;
- Amtstracht der Geistlichen, Richter, Professoren: meist weites Obergewand (Goldmann Lexikon).
Im Unterschied zur Kutte: Eine Kutte ist ein langes, weites Mönchsgewand, meist mit Kapuze, mit einem Strick gegürtet (Goldmann Lexikon).
Englisch:
robe: Robe, Talar, Amtskleidung (Westermanns Wörterbuch Englisch - Deutsch).
Geistliche tragen im Regelfall während des Gottesdienstes und während wichtiger Amtshandlungen einen Talar (robe). Dies dürfte sich innerhalb der schwarzen Kirchen irgendwann genauso herausgebildet haben, wie es in anderen Kirchen schon immer üblich war. Schwarze Geistliche sind oft Vorsänger ihrer Gemeinden gewesen, auch Predigten wurden und werden teilweise gesungen. Hier finden sich folglich Verknüpfungen zwischen Robe und Gesang.
Schwarze Chöre singen üblicherweise mit Blick zu ihrer Gemeinde, vor oder hinter dem Altar und das Image der "choir members" hebt diese innerhalb der Gemeinde hervor. Das Tragen von Roben zeichnet daher die Chormitglieder aus. Die Robe ist zudem ein "züchtiges" Kleidungsstück und macht alle Chormitglieder gleich, unabhängig welche Kleidungsstücke sie darunter tragen. Auch die Aufmerksamkeit der Gemeindemitglieder auf den Chorgesang wird nicht durch individuelle, auffallende Bekleidung abgelenkt.
Das alte, bekannte Bild der Fisk Jubilee Singers zeigt diese in der Mode der damaligen Zeit und ohne Roben. Alte Zeichnungen aus schwarzen Kirchen zeigen meist Alltagskleidung der Gemeindemitglieder aber Frack und Anzug der Geistlichen. Allerdings gibt es hinweise, dass bei Chören Roben schon viel früher üblich waren. Bilder mit Sängerinnen in Roben existieren aus der Zeit um 1940, so tragen z. B. die Sallie Martin Singers Roben. Auch unter (männlichen) Solisten war es früher üblich, Roben zu tragen; allerdings sind einige bedeuteande Solisten gleichzeitig Pfarrer einer Gemeinde gewesen. Auch Solistinnen und Frauenensembles trugen Roben. Unüblich war diese Gewohnheit innerhalb der Quartettszene. Die Männer hatten immer Anzüge an, manchmal mit schrillen Farben und Schnittmustern an der Mode weltlicher Gesangsgruppen orientiert. Männergruppen, die sich stilistisch nicht dem Quartettgesang zugeordnet haben, sind durchaus mit Roben aufgetreten. Heute tragen im Regelfall schwarze Chöre Roben, während Männer- und Frauengruppen (inzwischen bezeichnet man beide als "quartets") dies nicht tun.
Eine Abwandlung von Roben sind Albs, schlichte weiße Gewänder, die Baptisten als Taufgewänder während ihrer Ganzkörper-Taufe getragen haben. Die Farbe symbolisiert die Unschuld Christi. Sie werden in vielen Baptistengemeinden der USA von Pastor und Chor an den Sonntagen getragen, an denen Abendmal gefeiert wird. Ob der Gedanke, dass der Chor das weisse Taufgewand stellvertretend für die Gemeindemitglieder trägt, oder ob nur die Bedeutung der Unschuld dahinter steht, ist strittig.
Diskussionen über allzu freizügige Bekleidung von Gospelgruppen finden sich immer wieder in den einschlägigen Foren und auch die Nachläßigkeit mancher Ensembles wird kritisiert.
Bernd Grimmel & KarstenSievert
Bilder und Schnittmuster
http://www.gospelszene.de/chor-roben.html
http://www.gospelszene.de/seite18-1.html
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