Sklaverei

Sklaverei an sich ist nicht neu und existiert seit der Antike.

Europäische Sklavenmärkte für vorwiegend afrikanische Staaten existierten vor allem unter portugisischer Kontrolle bereits seit der Eroberung Afrikas und damit einige Jahrzehnte vor der Entdeckung Amerikas.

1492 entdeckte Columbus die ersten mittelamerikanischen Inseln, und keine 10 Jahre später hatten bereits Portugisen, Spanier und Engländer die Westküsten Nord- und Südamerikas erkundet. Süd- und Mittelamerika wird von Konquistadoren unterworfen, spanischen Adeligen, die von Goldgier, Abenteurertum, Missionseifer, Ruhmsucht und Ehrgeiz getrieben werden. Erst nach Jahrzehnten werden Kolonien mit geregelten stastlichen Strukturen gegründet, aber von Anfang an wurden Land und Menschen ausgebeutet, vor allem auf der Suche nach Gold, Silber und Edelsteinen, aber auch durch Anbau von Zucker und Tabak.

Bereits früh regte sich auch unter Europäern vereinzelter Widerstand gegen die Ausbeutung und Zwangsarbeit der Indianer. So begann bereits 1510 die Einfuhr von Negersklaven zur Entlastung der Indianer.

In den Vereinigten Staaten trafen die ersten schwarzen Sklaven 1619 in Jamestown, Virginia, ein. In der Folge wurden zunehmend Sklaven eingesetzt, im agraisch geprägten Süden zur Plantagenarbeit und im Norden in der Hausarbeit und Fabrikation, und sie übernahmen die Stelle von völlig verarmten Weißen oder von Indianern. Ihren Höhepunkt erreichte die Sklavenhaltung Mitte des 19. Jh. mit dem Aufschwung des Handels mit Baumwolle. Unter diesen Sklaven begann die Entwicklung der Spirituals.

Die überwiegende Mehrheit der Sklaven lebte in armen Holzhütten auf dem Plantagengelände und arbeitete auf den Feldern. Nur wenige kamen als Haussklaven in den Genuss einer Ausbildung, die sie dann aber nach Kräften an andere Sklaven weitergaben.

War man anfangs der Meinung, schwarze Sklaven seien garnicht in der Lage, das Christentum zu verstehen, nutzte man später die Religion, um von weißen Predigern die Lehre von "Diene deinem Herren" verbreiten zu lassen. Erst, als Sklaven, die ihre Herrschaften sonntags zur Kirche fuhren, auf den Kirchentreppen und auf ihren Wagen sitzend der Predigt zuhörten und die Nachricht von einem Gott, vor dem alle gleich sind, und dem Himmel, in dem es keine Rassenschranken gibt, nach Hause brachten, begann eine intensive Zuwendung zum Christentum.

Man darf davon ausgehen, dass sich die Sklaven von Anfang an heimlich nachts zu religiösen Treffen zusammengefunden haben. Diese Camp Meetings unter freiem Himmel wurden so zu Gottesdiensten, und gepredigt wurde der liebende Gott, der sein Volk in die Freiheit führt (was er an den Israeliten bereits bewiesen hatte) und der alle Menschen ohne Ansehen der Hautfarbe in seinem Himmel aufnimmt.

Bis heute haben Afro-Amerikaner eine ganz besondere Beziehung zur (inzwischen etwas altmodisch anmutenden) King James Version (KJV) der Bibel, denn sie war die Grundlage ihrer Christianisierung und diente gleichzeitig als Lesefibel, um Schreiben und Lesen zu lernen.

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Versteigerung von Sklaven

Das Leben der Sklaven war häufig äußerst hart. Neben den körperlichen Verletzungen sind es vor allem die seelischen Narben, die bis heute nachwirken, beginnend mit dem Verlust der eigenen Identität durch Verlust des eigenen Namens, Verlust der eigenen Kultur durch Verbot, aber besonders traumatisch war die Erfahrung, dass Sklaven zwar heiraten durften, aber die Besitzer oft ohne alle Skrupel Männer, Frauen und kleine Kinder getrennt voneinander verkauften. So endet fast jede Familiengeschichte eines Afro-Amerikaners an einem Auktionsblock, einer Sklavenversteigerung.

Am 18. Dezember 1865, mit dem Ende des Am. Bürgerkrieges, wurde mit der Ratifizierung des 13. Zusatzes ("amendment") zur amerikanischen Verfassung durch die Bundesstaaten die Sklaverei in den Vereinigten Staaten verboten. Einhundert Jahre später erkämpte die Bürgerrechtsbewegung die Abschaffung der Rassentrennung und das Wahlrecht.

Afrika "lieferte" bis Anfang des 19. Jh. etwa 11 Mio. Sklaven, und man schätzt, dass etwa gleich viele Sklaven auf dem Transport umgekommen sind.

KarstenSievert


Weblinks: Wikipedia: Sklaverei

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