Thomas A. Dorsey
Thomas Andrew Dorsey ("The Father of Gospel Music") wurde am 1.7.1899 in Villa Rica / Georgia als Sohn eines Baptistenpfarrers geboren und wuchs in Atlanta auf.

Seine Mutter war Pianistin in der Kirche ihres Mannes. Bereits als Kind lehrte sich Dorsey mehrere Instrumente zu spielen und favorisierte als Teenager Blues und Ragtime. Im Jahre 1916 (andere Angabe: 1918) übersiedelte Dorsey nach Chicago, spielte dort in Jazzbands und begleitete ab 1924 Ma Rainey, eine der bedeutendsten klassischen Bluessängerinnen, als Pianist. Unter dem Pseudonym "Georgia Tom" war er eine bekannte Boogie- und Bluespianopersönlichkeit und arbeitete mit Tampa Red zusammen. Nach zwei Nervenzusammenbrüchen entschloß sich Dorsey 1928, aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen. In dieser Zeit begann die Hinwendung zu religiösen Kompositionen. 1932 organisierte er an der Pilgrim Baptist Church einen der ersten Gospelchöre Chicagos, dessen Pianistin Roberta Martin war. Als er im gleichen Jahr mit Theodore Frye (10.9.1899 / Fayette, MS - ?, auch als Pianist bekannt) gerade einen Chor in Detroit gründen wollte, verstarb seine Frau während der Geburt des Sohnes, der zwei Tage darauf ebenfalls verstarb. Als Folge dieser tragischen Ereignisse entstand seine bekannteste Komposition "Take My Hand, Precious Lord".
Noch im gleichen Jahr nahm er Kontakt mit Sallie Martin auf und lud sie in seine Eberenzer Baptist Church ein. Sallies stimmliches Vermögen war zwar weniger beeindruckend aber sie war populär, hatte ihr Publikum und verschaffte seinen Kompositionen Absatz. 1933 gründeten Thomas Dorsey und Sallie Martin die "National Convetion of Gospel Choirs and Choruses". Dorsey war der erste, der den Begriff "gospel song" gebrauchte. Seine Lieder wurden schnell beachtet und fanden selbst bei weißen Südstaatlern Resonanz; so ist seine Komposition "Peace In The Valley" (1939) nach wie vor ein großer Erfolg innerhalb des Southern Gospels. In den späten 30er und frühen 40er Jahren arbeitete Dorsey mit Mahalia Jackson zusammen.
Thomas A. Dorsey mit Mahalia Jackson, etwa 1935
(Fotos: Kathryn Dorsey and family.)
Bis Mitte der 40er Jahre bereiste er die Staaten und machte seine Songs populär. Als in den 50er Jahren die Gospelmusik stilistisch "härter" wurde, verlor er an Einfluß, später erschienen einige seiner Kompositionen und Melodien mit veränderten Texten als R&B-Hits. In den 60er Jahren stellte er seine Aktivitäten, außer derjenigen in der Convention, ein. Thomas Andrew Dorsey verstarb am 23.1.1993 in Chicago.

Im Film "Say Amen, Somebody" von 1983 findet sich ein Portrait Dorseys. Weitere bekannte Dorseysongs sind "If You See My Savior", "Rock Me", "How Many Times", "I'm Gonna Live The Life I Sing About In My Song" und "Singing In My Soul". Einen "netten" Vierzeiler von Ruth A. Smith, 1935 geschrieben, möchte ich dem Beitrag noch hinzufügen:
"I now write of Thomas Andrew Dorsey, who in eighteen ninety-nine
In Villa Rica, Georgia, below the Mason-Dixon Line,
Was born to Reverend T.M. Dorsey, a Baptist minister of renown,
And Mrs. Etta Dorsey, a jewel of that town."
Vielleicht gelingt es mir, das gesamte Gedicht über Dorsey zu erhalten, Dorsey hat es Tony Heilbut geschenkt, als dieser sein Buch "The Gospel Sound" schrieb.
(Zusammenfassung aus einem Posting von Jason Ankeny (thanks NEWSONG2 !) in "Black Gospel Music Discussion" und Informationen aus Tony Heilbuts Buch "Gospel Sound" sowie anderen Hinweisen.)


