Ward Singers
Laut Linwood Heath wurden die Ward Singers 1934 von Mother Gertrude Ward als Concecrated Gospel Singers gegründet und hatten bereits 1943 ihren ersten großen Erfolg auf der National Baptist Convention.
Bekannt wurde die Gruppe durch ihre Aufnahmen von Songs Rev. W.H. Brewsters aus Memphis. Erste Aufnahmen der Ward Singers datieren vom Januar 1949 und wurden bei Savoy eingespielt. Hayes & Laughton geben an, dass eine Diskographie der Gruppe sehr schwierig ist, da sie unter verschiedenen, ähnlichen Namen auftraten und aufnahmen. Belegt ist, dass die Gruppe bei der ersten Aufnahmesession aus Gertrude Ward, Clara Ward, Willa Ward, Henrietta Waddy und Marion Williams bestand. 1950 fand eine Session statt, an der auch Martha Bass teilnahm. Frances Steadman stieß offenbar erst in den frühen fünfziger Jahren zur Gruppe und Kitty Parham 1954. Willa Ward und Henrietta Waddy schieden 1957 aus und Esther Ford kam 1958 neu hinzu. An Begleitmusiker sollen Raymond Rasberry, Robert Banks, Herman Stevens und der Gitarrist Sam Fame/Fain erwähnt werden, letzterer fällt auf der Town Hall-Konzertaufnahme durch exzessives Spielen auf.
Im August 1958 verließen Marion Williams, Kitty Parham, Frances Steadman und Esther Ford nach einem Disput über finanzielle Gewinne anläßlich eines Benefizkonzertes die Ward Singers und gründeten die Stars of Faith.
Clara selbst spielte daraufhin eine Soloplatte ein und formierte bald eine neue Gruppe, der Bessie Tucker, Dorothy Robinson und Mildred Means angehörten. Mit dieser Gruppe entstanden die Apollo Theatre-Aufnahmen im Septemer 1959. Während fast alle alten Aufnahmen der Ward Singers von Savoy vertrieben wurden, hatte Clara mit ihrer neuen Gruppe zunächst zu Dot gewechselt, kehrte aber später zu Savoy zurück. 1962 kam die blinde Sängerin Thelma Bumpess sowie Vermettya Royster hinzu und etwas später Voyla Crowley, Geraldine Jones und Malvilyn Simpson. Im Frühjahr 1963 kam es zu einem gemeinsamen Projekt mit den Dukes of Dixieland in New York. Aufnahmen entstanden nun auf Vanguard, Columbia, Tuba und Verve.
Die Gruppe trat oft in Las Vegas auf und orientierte sich vermehrt an einem weißen Publikumsgeschmack, die Arrangements wurden eintöniger, schneller und der Backgroundgesang unsauberer und sopranbetont. Zeitweise existierten zwei Sets von Clara Ward Singers und niemand wusste, ob während eines Konzertes der Ward Singers Clara überhaupt auftreten würde.
Aufgenommen haben die verschiedenen Ward Singers unter folgenden Bezeichnungen: Ward Singers (1949, 1950, 1951), Ward Singers of Philadelphia (1949), Clara Ward Specials (1951, 1952, 1954, 1956), Famous Ward Singers (1951, 1958, 1960, 1962, 1965), Clara Ward And Her Ward Singers (1952), Ward Jubalaires (1954), Clara Ward (1951, 1956, 1961, 1967) sowie Clara Ward An Her Singers (1959, 1961).
Folgende Songs der Ward Singers aller Gruppen sollen erwähnt werden: "Each Day", "How Far Am I From Canaan", "Just Over The Hill", "He Knows How Much We Can Bear", "Surely God Is Able", "I Need Thee Every Hour", "How I Got Over", "Come In The Room", "Out On A Hill", "Faith Moves Mountain", "When He Spoke", "Just Behold His Faith", "Oh My Lord What A Time", "The Old Landmark", "Take Your Burdens To The Lord", "Draw Me Nearer", "Prince Of Peace", "I Will Trust In The Lord", "This Little Light Of Mine", "God Moves In Mysterious Ways", "In That Great Judgement Morning", "Treading The Wine Press Alone", "Packin' Up", "We Shall Be Changed", "I've Opened My Mouth To The Lord", "Got On My Travelling Shoes", "The Seven Seals", "Jesus Hears Every Prayer", "I Found The Keys To The Kingdom", "Moving Up The King's Highway", "Just A Closer Walk With Thee", "Meetin' Tonight", "Just A Little While To Stay Here" und "America The Beautiful".
Auch nach Claras Tod formierten sich ehemalige Mitglieder der Ward Singers zu einer Gruppen und traten unter dem Namen Legendary Clara Ward Singers auf. Eine interessante CD mit dem Pianisten David Bell spielten sie mit den Ex-Ward-Sängerinnen Alice Houston, Madeline Thompson, Mildred Means, Agnes Jackson, Vermettya Royster und Shirley Corley auf Legacy ein. Alice Houston tourte mit mehreren Sängerinnen auch in Deutschland unter der Bezeichnung Legendary Ward Singers.
Quellen: Hayes & Laughton; Linwood Heath
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