Willie Mae Ford Smith
Mother Willie Mae Ford Smith (23.6.1904 / Rolling Fork, Miss. - 2.2.1994/ St. Louis County, Missouri) gehört zu den großen alten Sängerinnen und dürfte diejenige sein, die andere Gospelsängerinnen und -sänger am meisten inspiriert und beeinflusst hat.
Ford Smith war das siebte von vierzehn Kindern einer Familie, die aktiv in der Kirche war. Ihr musikalisches Training begann früh durch Hören (by ear). Smith erinnerte sich an ihre Großmutter, die sang, klatschte und tanzte. Die Familie zog zunächst nach Memphis und anschließend, 1917 nach St. Louis. Ihre Eltern sangen Duette und ihr Vater formierte 1922 ein Familienquartett mit ihr und ihren Schwestern Mary, Emma und Geneva. Smith war Leadsängerin und berichtete, dass diese Gruppe mehr im Stil der Mills Brothers gesungen habe. 1936 wurde sie Direktorin der Solistensektion der National Convention of Gospel Choirs and Choruses. Ihre Vortragsweise ist vom Blues beeinflusst. Hervorzuheben ist Smiths Version von "If You Just Keep Still".
Leider hat sie lediglich sieben Songs um 1950 aufgenommen, ist später allerdings im Film "Say Amen, Somebody", inklusive eines Interviews aufgenommen worden und ist auf der zur Dokumentation gehörenden Schallplatte von 1983 mit weiteren vier Titeln vertreten. In ihren frühen Aufnahmen wird sie von Tochter Berta auf dem Piano begleitet. Ihre Weise zu singen bezeichnet Tony Heilbut als "unabhängiger, spontaner und voluminöser" als diejenige Mahalia Jacksons. Sie wird als die erste "frei" singende Sängerin im Gospelgesang überhaupt bezeichnet.
Ford Smith trainierte in ihrer Heimatstadt St. Louis die O'Neal Twins, eines der wenigen Männerduette, Martha Bass sowie Brother Joe May und Reverend Cleophus Robinson.
Quellen: Anthony Heilbut, ACSAP Biogr. Dict. (thanks Gwen Blackman)
CD: "The Great Gospel Women", Spirit Feel - Shanachie 6004
LP: "Say Amen, Somebody", DRG Records SB2L 12584, 1983

