sprachliche_und_kulturelle_Barrieren

Zugang zur Black Gospel Musik

Tatsächlich hatten wir auf unserer USA-Tour eine hervorragende Gelegenheit, genaueres über sprachliche und kulturelle Barrieren zwischen uns und unseren schwarzen Brüdern herauszufinden.

Vorauszuschicken wäre noch, dass wir praktisch keine gemischtfarbige Gemeinde kennengelernt haben. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Natürlich ist bei Konzerten in den USA die sprachliche Barriere grundsätzlich nicht mehr vorhanden, die Zuhörer verstehen jedes Wort der Texte. Keine Überraschung also, dass das schwarze Publikum schon bei den Worten "You don't have to worry..." begeisterte Zustimmung äußerte. Um so interessanter war die Beobachtung, dass die Gemeinde einer (ausgesprochen wohlhabenden) weißen Kirche exakt so verhalten reagierte, wie wir das vom deutschen Publikum gewohnt waren.

Offenbar ist die Sprachverständlichkeit nicht das entscheidende Hindernis zum Verständnis der Black Gospel Musik, sondern die kulturelle Distanz ist wesentlich bedeutender, und wir Chorsänger haben die definitiv zum sehr großen Teil überwunden. Und zumindest ich finde es schön, dass auch unser deutsches Publikum manchmal mehr Nähe und Bezug zur schwarzen Kultur zeigt, als viele weiße Amerikaner.

Black and White Gospel Music

Nach meinem Wissen gibt es nur sehr wenige gemischtfarbige Gemeinden, und dann eher in ausgesprochen großstädtischem Umfeld. Ansonsten lebt die farbige und weiße Bevölkerung der Vereinigten Staaten erstaunlich berührungsfrei am selben Ort aneinander vorbei.

Wie anders ist es zu erklären, dass auch sehr überzeuge Christen auf beiden Seiten selbst die berühmtesten Musiker der "anderen Seite" nicht kennen? Dass weiße Gospelchorsänger aus dem Süden überzeugt sind, dass die wichtigste Gospelmusik auch "weiß" ist, und unsereiner extra darauf hinweisen muß, dass wir Black Gospel singen?

Weißen Christen sind Namen wie Richard Smallwood, Kirk Franklin, Kurt Carr oft genauso wenig bekannt, wie schwarze Christen die Stars der weißen Contemporary Christian Music kennen: Cathedrals, Petra, DC Talk, Reliant K, Carman und andere.

Marktanteile

Schwer festzustellen. Einerseits gibt es diese Daten ueber das Jahr 2000:

"... the adult contemporary genre accounted for 34 percent of Christian music's overall sales followed by praise & worship (17 percent) and black gospel (16 percent). Children's music grabbed 12 percent while Southern gospel (eight percent), rock (seven percent), instrumental (four percent) and country (two percent) posted single digit marketshares."

aus: http://www.ccmupdate.com/ccmupdate/01_01_08/news.html

Andererseits dominieren Kirk Franklin, CeCe Winans und andere schwarze Musiker regelmässig die Top 10 der gesamten christlichem Musik-Branche.

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