street gospel singers

Die 1920er und 1930er Jahre sind auch durch "street gospel singers" oder "guitar evangelists" gekennzeichnet, blinde Straßenmusiker, die zwar stilistisch Country Blues spielen, dennoch aber nur religiöse Texte singen. Innerhalb der ländlichen Gospelmusik des Südens gibt es die Tradition blinder Straßensänger heute so gut wie nicht mehr, in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts waren einige Sänger jedoch berühmte und anerkannte Größen: Edward W. Clayborn, dessen Aufnahmen 1927 und 1928 entstanden oder, der berühmteste von allen, Blind Willie Johnson, dessen Aufnahmen ebenfalls aus dieser Zeit stammen. Weitere bedeutende Streetgospelsänger waren Blind Willie McTell, Blind Joe Taggart, Rev. Pearly Brown und Rev. Blind Gary Davis; die meisten dieser Sänger waren Blinde.

Da sie als Gitarrenevangelisten ausschließlich religiöse Lieder sangen (Ausnahmen: Gary Davis und Willie McTell) unterscheiden sie sich von jenen Bluessängern, die überwiegend weltliche Musik aufnahmen und nebenbei auch wenige religiöse Songs, wie Mississippi Fred McDowell, Bukka White, Skip James, Son House, Lighnin' Hopkins und Sonny Terry & Brownie McGhee. Parallelen lassen sich hingegen zu Sister Rosetta Tharpe ziehen, die sich zunächst auf ihrer akustischen Gitarre begleitete und später, als erste, eine elektrische Gitarre in der Gospelmusik verwendete. Auch an Roebuck "Pops" Staples soll erinnert werden, dessen "down home" Mississippi-Bluesgitarrenspiel die Aufnahmen der Staple Singers bestimmt.

Bernd Grimmel, NicoHaase

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