Rückblicke und Pressestimmen

FYS-Gospel bringt Lichterwanderung durch Ahrensburg - Konzertkritik

Es war einer dieser grauen, kalten Herbsttage. Mehr als 200 vom Tage erschöpfte Menschen füllten die Reihen der St. Johannes-Kirche, um vielleicht auch die eigene Seele wieder etwas spüren zu können. Das Wochenende stand an diesem Freitagabend bevor – Gott sei Dank werden nicht wenige gedacht haben.

Auf der Bühne erschienen zehn Sängerinnen und Sänger und fingen eher leise an zu singen. Keine elektronische Verstärkung in der großen, vollen Kirche – mutig. Ein eher unauffälliger Pianist spielte den etwas verscharrt klingenden Flügel. Diese Gruppe ruhte ungewöhnlich in sich selbst und lies das Publikum an ihrer Musik teilhaben. Eine Einladung ohne brachiales Schulterklopfen. Eher nach dem Motto: setzt Euch gern zu uns und lauscht.

Die eher nur Gospelfans bekannten Songs gingen einem schnell ins Ohr. Von Lied zu Lied schien sich die Konzentration des Publikums zu verstärken. Was machte dieser Chor mit der Atmosphäre des Kirchenraums? Nach einem sehr schönen und fast schon routiniertem Duett von Steffi und Holger folgte eine Konzentrationsübung für den Chor mit „He is able“. Das Publikum erkannte die Qualität, auch wenn viel Dynamik im hinteren Teil der Kirche nicht mehr ganz so stark zu hören war. Das Programm glich einem Feuerwerk, welches immer mehr an Fahrt aufnahm. Mit leisen, in vielen Zuhörern eher zu sich selbst gesprochenen „Ahhs“ und „Ohhs“. Mari wurde das „God will take care“ ohne Frage abgenommen. Auch wenn ihre Stimme etwas tiefer schien als gewöhnlich (das hüsteln ab und zu schien der Grund zu sein). Eine weiterhin schöne Überraschung war dann der Song „Another Change“. Eine kraftvolle bis in die Spitze toll und glaubhaft zu hörende Ina machte deutlich: da weiß ein Mensch, wovon er singt. Der Chor stützte die jeweiligen Solisten kraftvoll und zärtlich zugleich. Fast einem Spiel gleich, welches vom Publikum schön anzuschauen war.

Die Ansagen zu den Songs waren eher spartanisch. Das Publikum durfte bis zu dem Zeitpunkt dem Gesang gegen den Herbstgrauschleier dankend beiwohnen. Der sehr gefällige Song „Love is“, welcher mit einer sehr schönen, wenn auch etwas leisen Einleitung von Birgit, dem Publikum näher gebracht wurde, brachte die Menschen endgültig auf andere Gedanken. Was für eine sehr angenehm weiche Stimme vom Tenor Stephan, welch zarte Klarheit vom Sopran Claudia. Eine Gesangsgestaltung von allen wahrlich zum Verlieben. Die Pause wurde dann mit zwei weiteren kraftvollen Song eingeläutet und ließen auf mehr hoffen. Oder hatte der Chor sein Pulver verschossen?

Mitnichten. Der zweite Teil brachte den ein oder anderen Besucher des Konzerts in Ektase. Hier und da schlossen sich die Augen. Woher kamen die fast sphärischen Töne? Ein Suchen nach den Stimmen. Der Raum füllte sich wundervoll. Sopran, Alt, Tenor, was für eine Energie, die Stimmen bewegten sich Richtung Bühne. Klasse. Der Bruch mit einem möglicherweise etwas unpassenden Tonende holte das Publikum wieder auf die Erde.

Das Programm des Chors überraschte immer wieder. Begleitet von einem beeindruckenden Pianisten, der zwar mind. fünf Meter vom Chor weg saß, aber mit seiner Musik am Flügel mitten im Chor zu sitzen schien. Eine eindrucksvolle Talent- und Teamarbeit. Die Chorleiterin wurde nun erfrischend und gleichzeitig so liebevoll Beredeter. Sie erklärte die Beziehung des Chores zu ihrem Mentor Wayne Evans und lass diesen wunderschönen Liedtext „Train of Thoughts“ vor. Sehr hilfreich und wichtig für den Kontakt mit dem Publikum.

Und dann ging der Mann mit Hut nach vorne: Holger. Er erzählte von einem Erlebnis seiner Reise in die USA. Bewegend, mitfühlend, authentisch. Und wer bis zu diesem Zeitpunkt dachte, ach ja, alles sehr nett nett nett, der war nicht gefasst auf das, was nun passierte. Dieser Mann sang mit einer Energie fast schon in einem Befreiungsschrei „seinen“ Song „Say yes“. Und der Chor verstärkte, fast schon ihn tragend, Holger mindestens zwei Meter über den Boden singend in den Kirchenraum. Nicht wenige konnten Holger mitfühlend nachfolgen, wie er seinen Weg durch die Grauschleier des Lebens ans Licht suchte. Was für ein Abend.

Als Steffi „Oh happy day“ mit scheinbar leichtem Fürsprachedruck des Chors in die Kirche hineinschmetterte und alle mit riss, war allen Anwesenden klar: anders kann man diesen Tag nicht beschreiben. Auch graue Tage sind schön. Es kommt darauf an, wie man sie nimmt. Die Kommentare des Publikums waren eindeutig: „Was für ein schönes Konzert!“ sagte ein Familienvater zu seinen Lieben. Ein Pärchen tauschte glückliche Blicke engumschlungen aus. Ein älteres Ehepaar sagte stolz: „Wir sind Fans von dieser Gruppe!“. Und so wanderten die vielen Besucher in den Abend hinein und Nachhause. Beseelt jeder auf seine Weise und für sich innerlich leuchtend in die Nacht hinein. Und Ahrensburg leuchtete ein wenig mit. Danke ForYourSoul.

geschrieben von ForYourSoul! Gospel Ensemble , Do. 20. Apr 1020:
Anschrift:
22926 Ahrensburg, Deutschland
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So. 14. May 1700

Wo: Konzert im Gartencafé Arboretum, Wittenwate​rweg 44, 29593 Schwienau, Deutschlan​d
Was: ForYourSou​l! Gospel Ensemble ​Eintritt 8 Euro

abgelaufen
Sa. 13. May 1900

Wo: Paul-​Gerhardt-​Kirche, Bunsenstra​ße 82, 21337 Lüneburg, Deutschlan​d
Was: ForYourSou​l und der Gospelchor Lűneburg ​Doppelkonz​ert mit dem Gospelchor Lüneburg, mit Live-​Band, in der Paul-​Gerhardt-​Kirche Eintritt: VVK 12 €, Abendkasse 14 € Vorverk​aufsstelle​: Ticketcent​er Rosenstr. 7, Lüneburg

Erstellt am 20. April 2017 von Oliver, letzte Änderung am 20. April 2017